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Blaulicht Familienvater bestreitet Vergewaltigung in der Ehe
Celle Blaulicht Familienvater bestreitet Vergewaltigung in der Ehe
16:56 24.10.2017
Celle Stadt

Die Einlassung des gebürtigen Syrers spickte über weite Strecken ein gehässiger Unterton. Die Partnerin öffnete demnach freiwillig die Haustür, posierte leicht bekleidet im Flur und machte anzügliche Bemerkungen. Im Wohnzimmer habe sich ein regelrechter Gefühlsdurchbruch ereignet.

Der frühere Fliesenleger zog auch über Angehörige her und bestätigte, dass er regelmäßig Alkohol konsumiere. Wegen einer Herzerkrankung nehme er viele Medikamente.

Dem Verteidiger reichte es irgendwann, er stellte eine provokante Frage: „Haben Sie eine Idee, warum Ihre Frau schilderte, von Ihnen vergewaltigt worden zu sein?“ Der Mandant überlegte kurz. „Damit ich in Haft komme,“ lautete seine Antwort.

Die Darstellungen rissen tiefe seelische Wunden auf. Die Verfahrensbeteiligten erlebten eine Schrecksekunde. Die Geschädigte stand auf, taumelte und sackte an einer Stuhlreihe zusammen. Eine Bekannte ergriff gerade noch rechtzeitig den Arm und begleitete die Nebenklägerin nach draußen.

Das Eheleben beschäftigte bereits im Februar das Amtsgericht Celle. Ein Richter verbot dem Beschuldigten, sich im Umkreis der neuen Wohnung der Partnerin aufzuhalten.

Die 20 Jahre alte Tochter erzählte, dass die Mutter ihr auf dem Handy mehrere Sprachmitteilungen hinterlassen habe. Sie unterbrach die Arbeit und fuhr nach Hause. Die Mutter habe aufgelöst gewirkt und anfänglich nur von einer Würgeattacke berichtet. Die Tochter verständigte daraufhin die Polizei.

Eine Ermittlerin sagte aus, dass sich das Opfer bei der Befragung völlig apathisch verhalten habe. Erst auf Drängen der Kinder habe sie Angaben zum Sachverhalt gemacht. Bereits am Freitag könnte das Urteil fallen.

Von Benjamin Reimers