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Blaulicht Fernbus als Alternative: So kommen Celler trotz Lokführerstreik ans Ziel
Celle Blaulicht Fernbus als Alternative: So kommen Celler trotz Lokführerstreik ans Ziel
09:17 06.11.2014
Während Fahrer Kevin Meisen (in grüner Jacke) eine kurze Pause am Celler Busterminal am Bahnhof einlegt, besteigen die Passagiere den Fernbus nach Leipzig. Quelle: Lothar H. Bluhm
Celle Stadt

Kevin Meisen und Caroline Siems kennen sich nicht, aber sie haben etwas gemeinsam: Beide fahren Fernbus.
Kevin Meisen hat seinen Platz ganz vorne links, Caroline Siems sitzt hinten. Sie lässt sich etwa alle drei Wochen von Celle nach Leipzig chauffieren. „Für 30 Euro fahre ich hin und zurück – das ist echt günstig“, urteilt die Studentin aus Suderburg. Sie ist bereits mit der Bahn nach Celle gekommen. Bevor die Fernbusse fuhren, sei sie oft mit der Bahn nach Leipzig gependelt, das sei aber viel teurer, sagt die junge Frau, die am Gymnasium Ernestinum ihr Abitur gemacht hat.
Manchmal sei der Bus ziemlich voll, aber: „Wenn man im Internet bucht, bekommt man auf jeden Fall einen Sitzplatz“, schildert Caroline Siems ihre Erfahrungen mit der für Deutschland noch recht jungen Einrichtung „Fernbus“. Sie jedenfalls benötigt an ihrem Zielort kein Auto, deshalb hat sie ihren Wagen in Suderburg stehenlassen.

Im Bus gibt es eine Toilette und der Fahrer verkauft kleine Snacks und Getränke. Es bestehe Anschnallpflicht und es sei schon ziemlich eng, „besonders, wenn der Vordermann seinen Sitz zurückklappt“, ist Siems froh, wenn sie nach vier Stunden Fahrzeit mal wieder stehen kann. Sie habe aber auch beobachtet, dass einige Fahrgäste an ihren Laptops arbeiten.
Kevin Meisen lenkt den modernen knallgrünen Bus, der auf dem Terminal C des Celler Busbahnhofs einrollt, seit neun Monaten. „Ich bin immer pünktlich“, ist Meisen stolz darauf, dass er seinen Fahrplan einhält. Er ist vor gut 90 Minuten in Hamburg gestartet und hält hier jetzt zum Ein- und Aussteigen. Einen Zwischenstopp in Bergen gab es bereits. Hier am Busbahnhof Celle ist jetzt kurze Zigarettenpause.
In 70 Minuten ist er mit dem Bus in Braunschweig, 80 Minuten später in Magdeburg.

In knapp elf Stunden reist man mit dem Fernbus von Celle nach München, in knapp 100 Minuten nach Hamburg. Das Ticket Celle – München gibt es ab 28 Euro, Celle – Hamburg bereits ab acht Euro pro Strecke, inklusive Gepäck.
„Zu Celle haben wir nichts Spezielles vorliegen“, sagt Martin Rammensee von Busliniensuche.de. „Als Tipp für die Nutzer würde ich jedoch auf jeden Fall noch bedenken, dass bei der Reiseplanung auch Fahrten ab und nach Hannover zu berücksichtigen sind: Die größeren Städte haben nun mal eine bessere Anbindung. Meist sind dort auf stark nachgefragten Strecken – wie Hannover-Berlin – gleich mehrere Unternehmen unterwegs.“ In diesen Fällen sei der Konkurrenzdruck sehr hoch und darum das Preisniveau sehr niedrig.

Das Internetportal Busliniensuche.de ist ein Übersichts- und Vergleichsportal für Fernbusse. Es ist von den Betreibern der Fernbuslinien unabhängig und zeigt die Angebote aller Busunternehmen nach objektiven Kriterien an. Busliniensuche.de wurde 2012 von drei Studenten gegründet, um das Fernbusangebot in Deutschland und Europa transparenter zu machen und so das Reisen mit dem Fernbus noch attraktiver zu gestalten. Durch einen eigenen Suchalgorithmus findet man auf busliniensuche.de auch anbieterübergreifende Umsteigeverbindungen. Für den Verkehrsclub Deutschland (VCD) ist busliniensuche.de „die erste neutrale und übersichtliche Internetseite zur Suche von Fernbusverbindungen“. Neben dem Internetportal im Web gibt es busliniensuche.de mittlerweile auch als App für iOS, Android und Windows Phone.

Das Vergleichsportal "Vergleich.org" hat weitere Interportale von Fernbussen unter https://fernbus.vergleich.org verglichen.

Eine Auswahl interessanter Fernbusverbindungen: Celle – Hamburg ab 8 Euro; Celle – Berlin ab 17,50 Euro; Celle – München ab 28 Euro; Celle – Stuttgart ab 36 Euro; Celle – Gelsenkirchen ab 23 Euro; Hannover – London ab 54,80 Euro.

Von Lothar H. Bluhm und Christopher Menge