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Blaulicht Feuerwehr Eschede: Kassenwart veruntreut Mitgliederbeiträge
Celle Blaulicht Feuerwehr Eschede: Kassenwart veruntreut Mitgliederbeiträge
17:17 24.01.2014
Escheder Feuerwehr steht ohne Geld da. Quelle: Peter Müller (Archiv)
Eschede

Die Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Eschede gestern Abend in der Glockenkolkhalle fiel anders aus als sonst. Statt des Kassenberichts wurde den Mitgliedern eröffnet, dass der bisherige Kassenwart die Konten der Wehr geplündert hat. Es handelt sich um die Mitgliedsbeiträge der Fördermitglieder sowie um die Kameradschaftskasse. Über die Höhe der veruntreuten Summe konnten Ortsbrandmeister Gerald Lange und sein Stellvertreter Jens Peters noch keine Aussage machen. Es handelt sich wenigstens um einen vierstelligen Betrag. Die Konten der Feuerwehr sind leer.

Es geht nicht um Geld, dass die Gemeinde Eschede der Feuerwehr für ihre Aufgaben zur Verfügung stellt. Das macht Gemeindebrandmeister Ulf Heinemann deutlich. Die Feuerwehr habe auch keine offenen Rechnungen, es sei alles bezahlt, sagt Lange.

Am vergangenen Sonntag sollte im Vorfeld der Jahreshauptversammlung die Kasse geprüft werden. Kurz vor dem Termin informierte der 37-Jährige, der das Amt seit 13 Jahren ausübte, Ortsbrandmeister Lange und seinen Stellvertreter Peters, dass die Kassenprüfung nicht so ausfallen werde wie erwartet. Der Kassenbestand sei nicht vorhanden. Die Kassenprüfung wurde abgesetzt, Lange und Peters informierten den Gemeindebrandmeister, im gemeinsamen Gespräch gab der Kassenwart eine Summe an, die er abgezweigt habe. Und er trat aus der Escheder Wehr aus, der er schon seit seinem elften Lebensjahr als Jugendlicher angehörte.

Am Sonntagabend informierte der Ortsbrandmeister den restlichen Vorstand, am Montag das Gemeindekommando. Die Konten wurden gesperrt und die Unterlagen sichergestellt. Am Abend wurden nach dem Dienst die Aktiven der Wehr in Kenntnis gesetzt. „Es war totenstill, alle waren geschockt“, sagt Lange.

Die Betroffenheit in der Wehr ist groß. Der ehemalige Kassenwart habe sich verlässlich und mit großem Engagement in die Wehr eingebracht, sagt Heinemann. „Wir kennen und schätzen ihn als Mensch. Hiermit hat er sich noch größere Probleme gemacht.“ Denn den Kameraden in der Wehr war in den vergangenen Monaten nicht verborgen geblieben, dass der ehemalige Kassenwart mit beruflichen und familiären Problemen zu kämpfen hatte. Dass er bei aller Kameradschaft nicht das Vertrauen gefunden hat, um Unterstützung zu bitten, ist allen ein Rätsel.

Die Aufarbeitung des Falls soll nach der Jahreshauptversammlung ein Experte von außerhalb vornehmen. Er soll die Unterlagen prüfen, Ungereimtheiten nachgehen. „Wir wollen offen damit umgehen“, sagt Heinemann. Steht die veruntreute Summe fest, wird entschieden wie es weitergeht. „Das ist ein Straftatbestand“, stellt der Gemeindebrandmeister klar. Aus den Beiträgen der Mitglieder entstehe die Verpflichtung des Aufarbeitens.

Im Frühjahr 2013 war bekannt geworden, dass der Kassenwart des Escheder Freibad-Fördervereins in den vergangenen Jahren über 18.000 Euro veruntreut hat. Der Kassenwart des Celler Kreisfeuerwehrverbands war Ende 2010 aufgeflogen, weil er 8000 Euro in die eigene Tasche gesteckt hatte. Joachim Gries

Von Joachim Gries