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Blaulicht Frau mitgeschleift: Geldstrafe für Celler Autofahrer
Celle Blaulicht Frau mitgeschleift: Geldstrafe für Celler Autofahrer
17:22 06.03.2017
Celle Stadt

Nach Ergebnis der Beweisaufnahme hat sich der Angeklagte Ronny S. aus dem Celler Westkreis im Mai vergangenen Jahres nach einem Streit mit seiner damaligen Frau ans Steuer seines Wagens gesetzt und ist losgefahren. Dabei hat er ignoriert, dass sich die Frau buchstäblich "an ihn" gehängt hatte. Nachdem sie einige Meter mitgelaufen war, stolperte und stürzte die 24-Jährige. Dabei zog sie sich erhebliche Verletzungen zu.

Der Angeklagte will erst zu Hause davon erfahren und die Verletzte sofort im Krankenhaus besucht haben. Für den Unfall habe er sich mehrmals entschuldigt, denn er habe die schreiend am Wagentürrahmen Hängende überhaupt nicht wahrgenommen. „Ich hatte laute Musik an und bin über Schotter gefahren“, ließ der 25-Jährige verlauten. Außerdem sei er sehr wütend gewesen.

Zuvor war seine Frau fremdgegangen. Daraufhin trennte sich der Angeklagte von ihr. Die Trennung sowie seine neue Partnerin habe die Verlassene nicht akzeptiert. Stattdessen habe sie nicht nur ihn, sondern auch seine neue Freundin in Beschlag genommen. Der Angeklagte erzählte, dass seine mittlerweile Ex-Frau am Abend des Vorfalls ein Treffen mit seiner neuen Freundin verlangt habe. Die 24-Jährige habe sich mit der neuen Partnerin aussprechen wollen. Nachdem er von seiner Freundin darüber informiert worden war, fuhren der Angeklagte und ein Bekannter ebenfalls zu dem Treffpunkt der beiden Frauen, weil der 25-Jährige seine Beziehung schützen wollte.

Als er mit seinem Bekannten eintraf, habe er beide im Auto seiner Ex-Frau gesehen und dieser gesagt, dass sie ihn in Ruhe lassen solle. Danach will er in sein Auto eingestiegen und langsam losgefahren sein.

Das Opfer sagte aus, dass es nach der Auseinandersetzung mit S. versucht habe, ins anfahrende Auto einzusteigen. Dazu habe sich die Ex-Frau am Rahmen der offenen Beifahrertür festgeklammert und sei bei rund 35 km/h etwa 30 bis 40 Meter mitgeschleift worden.

„Nur bei sehr großzügiger Betrachtung war es ein Unfall“, sagte der Staatsanwalt. Auch nach Auffassung des Gerichts hätte S. den Vorfall bemerken und sofort anhalten müssen.

Von Anke Prause