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Blaulicht Frau stirbt bei Brand in Hermannsburg
Celle Blaulicht Frau stirbt bei Brand in Hermannsburg
18:04 24.10.2016
Von Simon Ziegler
Hermannsburg

Wie er gestern weiter mitteilte, hatte der junge Mann zuvor vergeblich versucht, Kontakt zu seiner Freundin aufzunehmen und wollte sie dann am Abend persönlich aufsuchen. Schnell verständigte er die Feuerwehr und den Rettungsdienst. Ein Notarzt konnte jedoch nur noch den Tod der 35-Jährigen feststellen. Sie starb an einer Rauchvergiftung.

In der gesamten Wohnung war den Angaben zufolge eine starke Rauchgaskonzentration feststellbar. Die Einsatzkräfte der Feuerwehren aus Hermannsburg, Baven und Beckedorf untersuchten den Brandort mit einer Wärmebildkamera. Offene Flammen oder versteckte Brandnester fanden sie nicht. Ein Rauchwarnmelder im Flur des Hauses war zu dem Zeitpunkt noch aktiv und gab einen Alarmton von sich. Die Befragung der Polizei ergab, dass eine Nachbarin den Alarm des Rauchmelders gehört hatte, ihn aber keiner Wohnung zuordnen konnte.

Nach den ersten polizeilichen Ermittlungen kam es in der Küche der Reihenhaus-Wohnung zu einem Schwelbrand, in dessen Folge sich der Rauch in der ganzen Wohnung ausbreitete. Möglicherweise hat ein technischer Defekt eines Küchengerätes den Schwelbrand verursacht. Ob die Frau infolge der Rauchgaskonzentration bewusstlos wurde oder ob sie eingeschlafen ist, konnte die Polizei nicht sagen.

Hinweise auf eine Gewalttat oder eine vorsätzliche Brandlegung konnten die Beamten nicht feststellen. Die Ermittlungen zur Brandursache dauern noch an.

Der Hermannsburger Ortsbrandmeister Ulf Sowinski sprach von einem "tragischen und schwierigen" Einsatz. "Wir konnten nicht mehr helfen", sagte er. Der Lebensgefährte der Frau sei seelsorgerisch betreut worden.

Vor Ort war am Sonntagabend auch Kreisbrandmeister Volker Prüsse. Dass Menschen bei einem Schwelbrand ihr Leben verlieren, "kommt sehr selten vor", sagte er der CZ.

Bei einem solchen Unglücksfall sei ausschlaggebend, welche Materialien verbrennen. "Es gibt Kunststoffe, bei denen Atemgifte in hoher Konzentration freigesetzt werden", sagte er. Ist die Giftkonzentration sehr hoch, reichten manchmal schon zwei oder drei Atemzüge, um eine Schädigung herbeizuführen. "Wenn man schläft und die Konzentration steigt langsam und man atmet das Gift ein, kann es passieren, dass die Konzentration so hoch ist, dass man nicht mehr aufwacht", sagte Prüsse.

Sollte ein technischer Defekt das Feuer verursacht haben, ist denkbar, dass ein Altgerät dafür verantwortlich war. "Fehlerquellen steigen mit der Lebensdauer der technischen Geräte. Dass Altgeräte ein potentielles Brandrisiko sind, kann man aber nicht behaupten", so der Kreisbrandmeister. Häufig werden Küchenbrände indes nicht durch einen technischen Defekt ausgelöst. Mitunter bleibe der Herd an und ein leicht brennbarer Gegenstand wie eine Küchenrolle fange Feuer, erklärte Prüsse.

Rauchmelder seien geeignet, um Schlimmeres zu verhindern – auch wenn das am Sonntag in Hermannsburg nicht funktioniert hat. "Es gab schon mehrere Fälle in diesem Jahr, in denen Nachbarn Rauchmelder wahrgenommen und die Feuerwehr gerufen haben", so Prüsse.