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Blaulicht Frau vergewaltigt? Ex-Ehemann aus Celle vor Gericht
Celle Blaulicht Frau vergewaltigt? Ex-Ehemann aus Celle vor Gericht
15:16 20.01.2014
Celle

Die 29-jährige Hausfrau berichtete von zunächst einvernehmlich begonnenen Fesselspielen im Mai 2002, die vom Angeklagten plötzlich zu "egozentrischen Zwecken" missbraucht worden sein sollen: „Trotz Aufforderung hat er mich nicht losgebunden, sondern einfach weiter gemacht.“ In zwei weiteren Fällen soll ihr damaliger Ehemann sie gegen ihren Willen ausgezogen, in Position gebracht, und in einem der Fälle vor offenem Fenster vergewaltigt haben. „Ich habe ihm gesagt, dass ich das nicht will und ihn mehrfach von mir weggeschoben“, sagte die Hausfrau aus Celle. Sie gab außerdem zu Protokoll, durch einen der Übergriffe unfreiwillig schwanger geworden zu sein. Nach dem letzten Vorfall hatte sich die Geschädigte bei Anwälten und Sachbearbeitern des Celler Jugendamtes Hilfe geholt und die sofortige Verweisung des Angeklagten aus der Wohnung veranlasst. Wegen seelischer Probleme hatte sie sich anschließend sowohl in psychologische Beratung als auch in psychotherapeutische Behandlung begeben.

Nach Wiederaufnahme des Kontaktes im Interesse der gemeinsamen Kinder war im Sommer vor zwei Jahren eine Online-Dialogführung zwischen dem Angeklagten und der Geschädigten erfolgt. In deren Verlauf hatte der inzwischen wieder verheiratete Angeklagte seiner geschiedenen Frau geoffenbart, dass er noch Gefühle für sie habe. „Nach langem Schweigen habe ich plötzlich Panik bekommen und ihn schriftlich aufgefordert, zu den damaligen Geschehnissen Stellung zu nehmen“, sagte die Zeugin. Mit dem Ausdruck einer dann erfolgten, elektronisch übermittelten Bedauernserklärung des Angeklagten, nicht rückgängig machen zu können, sie damals missbraucht zu haben, war die Geschädigte im August 2012 zur Polizei gegangen.

Das Gericht wird nun anhand weiterer Zeugenanhörungen zu klären haben, ob das mutmaßliche Opfer den 34-Jährigen zu Unrecht belastet, oder ob dieser lügt. Die Anzeige sei ein Racheakt seiner Ex-Frau wegen einer damaligen Streitsache beim Jugendamt, hatte der Hartz-IV-Empfänger zu Protokoll gegeben. Er habe ihr gegenüber die Taten nur zugegeben, um endlich in Ruhe gelassen zu werden. (pra)

Von Anke Prause