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Blaulicht Frederike: Anwalt bereitet Berufung in Hambührener Mordfall vor
Celle Blaulicht Frederike: Anwalt bereitet Berufung in Hambührener Mordfall vor
18:26 12.10.2015
Von Simon Ziegler
Hambühren

HAMBÜHREN. Zudem machte der Jurist darauf aufmerksam, dass das Landgericht Lüneburg in seinem schriftlichen Urteil ausdrücklich festgestellt habe, "dass es davon auszugehen hat, dass der Beklagte Ismet H. die Tochter von Herrn Möhlmann vergewaltigt und anschließend getötet hat, da er dieses nicht ausdrücklich bestritten habe", so Schädler. Zwar möge diese Äußerung im bevorstehenden Prozess um die Berufung der Klage und die angestrebte Änderung der Wiederaufnahme des Strafverfahrens nicht von Einfluss sein. "Für Herrn von Möhlmann ist es dennoch eine Feststellung, die den Zivilprozess jetzt schon gelohnt hat", führte der Anwalt aus.

Das Landgericht hatte vor gut einem Monat die Zivilklage des Vaters abgewiesen. Die Ansprüche des Vaters seien verjährt, so das Gericht. Von Möhlmann hatte 7000 Euro Schmerzensgeld gefordert, die Tat war 1981 in Hambühren begangen worden. Der Vater hat zudem eine Online-Petition initiiert, wonach die Strafprozessordnung geändert werden soll. Es müsse möglich sein, ein Verfahren wieder zu eröffnen, wenn neue, wissenschaftliche Methoden einen freigesprochenen Täter überführten, argumentiert er. Die Petition haben laut Schädler inzwischen mehr als 70.000 Bürger unterzeichnet.