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Blaulicht Gedrosseltes Mofa als heißer Ofen: Denkzettel für Celler Fahrer
Celle Blaulicht Gedrosseltes Mofa als heißer Ofen: Denkzettel für Celler Fahrer
13:48 20.05.2014
Celle Stadt

Bei Kälte und Trockenheit fahre der Roller immer „etwas flotter“, hieß es unter anderem in einer Unschuldserklärung des Angeklagten. Er habe gedacht, er benötige keine Fahrerlaubnis. Schließlich sei das motorisierte Zweirad neun Monate zuvor in einer Werkstatt ordnungsgemäß von ursprünglichen Höchstgeschwindigkeit von 45 Stundenkilometern auf 25 Stundenkilometern herunter gedrosselt worden, hieß es.

Entweder sei der Drosselschieber nicht fachgerecht eingebaut worden oder zuvor ein größerer Motor im Tatfahrzeug gewesen, rätselten die Justiziare. Auch das Hinzuziehen eines Sachverständigen gab nur mäßigen Aufschluss über das Zustandekommen des am Tattag gemessenen Tempos. Weder mit dem geringfügigen Gefälle auf der Strecke in der Nähe des Wasserturms noch mit Vorhandensein von Drosselbauteilen sei jene Tempoüberschreitung von 60 Prozent zu erklären, sagte der 40-Jährige aus. Er bot dem Gericht an, das bislang unbesehene Fahrzeug zu begutachten und nach verwendeten Komponenten abzusuchen, um die Quellen der überhöhten Geschwindigkeit zu ermitteln.

Nach Einvernehmen mit Staatsanwältin und Beklagtenvertreter stellte die Strafrichterin jedoch das Verfahren unter Ermahnung des Angeklagten vorläufig ein. Zwecks erneuter Drosselung müsse der Roller umgehend zur Werkstatt gebracht werden und sei beim nächsten Mal „endgültig weg“, hieß es am Prozessende. Er werde den Roller dorthin schieben, denn ohne Mofa „gehe er ein“, sagte der Angeklagte.

Von Anke Prause