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Blaulicht Gefangen im Fahrstuhl: Celler Feuerwehr befreit fünf Menschen
Celle Blaulicht Gefangen im Fahrstuhl: Celler Feuerwehr befreit fünf Menschen
21:21 04.10.2017
Von Christian Link
Rettungseinsatz am Bahnhof Celle: Die Feuerwehr muss drei Frauen und zwei Kinder aus einem Fahrstuhl befreien. Quelle: Christian Link
Celle Stadt

Die drei Frauen aus Unterlüß und Celle hatten mit zwei Kinderwagen gegen 17.50 Uhr den Aufzug an Gleis 4 und 5 betreten, um den Regionalexpress in Richtung Uelzen zu erreichen. Doch die Tür öffnete sich erst wieder gegen 19.15 Uhr, nachdem die Freiwillige Feuerwehr erheblich nachgeholfen hatte.

"Wir haben wirklich lange gebollert, bis uns endlich jemand gehört hat", sagt eine der betroffenen Frauen, die nicht namentlich genannt werden möchten. Erst nach fast 20 Minuten sei ein Passant auf die Eingeschlossenen aufmerksam geworden. Allerdings sei vom Bahnhofspersonal niemand vor Ort gewesen, weshalb ein Rettungsversuch scheiterte – trotz aller Hilfsbereitschaft. "Der Mann vom Café Kobes hat alles mögliche versucht", berichtet eine Mutter aus Unterlüß.

Die Notfalltaste im Aufzug funktionierte ebenfalls nicht. "Wir haben die ganze Zeit versucht, mit denen zu sprechen. Irgendwann war da eine männliche Stimme, aber wir haben nichts verstanden, weil es sich total komisch und verzerrt angehört hat", berichtet eine der betroffenen Mütter.

Weil sich das Problem nicht vor Ort lösen ließ, riefen sie per Handy zunächst den Lebensgefährten einer Eingeschlossen zu Hilfe. Erst danach wurden die Einsatzkräfte eingeschaltet, die Feuerwehr vermeldet als Alarmierungszeit 18.22 Uhr. "Wir waren locker schon eine halbe Stunde drin als die Feuerwehr kam", sagte die Mutter eines einjährigen Sohns aus Unterlüß nach dem Einsatz. "Meiner hätte normalerweise schon vor zwei Stunden Abend gegessen und würde jetzt schon schlafen."

Je länger der Notfall dauerte, umso unruhiger wurden die Eingeschlossenen. Die Unruhe ihrer Mütter habe sich schließlich auf den Nachwuchs übertragen. Besonders schlimm: "Wir hatten nichts zu Essen für die Kinder dabei", sagt die Mütter eines sechseinhalb Monate alten Säuglings.

Es ist offenbar nicht das erste Mal, dass es Probleme mit den Fahrstühlen im Celler Bahnhof gibt. "Der Aufzug steckt richtig oft fest", sagt der zu Hilfe gerufene Lebensgefährte und Vater: "Es kommt vor, dass er nicht runter geht oder hoch fährt. Dass er in der Mitte stecken bleibt, habe ich noch nicht erlebt."

Vorwürfe machen die jungen Leute der Deutschen Bahn trotzdem nicht. "Das kann schon mal passieren", sagen sie einmütig. Dass sich allerdings überhaupt kein Bahnmitarbeiter vor Ort blicken ließ, finden sie nicht so gut. "Zumindest eine Entschuldigung wäre angebracht", findet der Vater.