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Blaulicht Gegen den Trend: "Notfallseelsorge in Celle ist gut aufgestellt"
Celle Blaulicht Gegen den Trend: "Notfallseelsorge in Celle ist gut aufgestellt"
03:33 13.02.2018
Von Dagny Siebke
Notfallseelsorge ist Teil ihres Selbstverständnisses als Pastoren (von links): Karsten Willemer, Carsten Gerdes, Andreas Seelemeyer, Bernd Paul, Elisabeth Michalek-Vogel, Diakon Henry Schwier, Frank Richter, Lars Neumann. Quelle: Hartmut Merten
Celle Stadt

Die Notfallseelsorge im Sprengel Lüneburg verzeichnet für das Jahr 2017 rund 350 Einsätze. Das bedeute gegenüber dem Vorjahr eine deutliche Steigerung, erklärten die Sprengel-Beauftragten Bernd Paul (Küsten) und Karsten Willemer (Celle) anlässlich eines Treffens in der Landessuperintendentur mit den Ansprechpartnern für die Notfallseelsorge in den Kirchenkreisen.

Doch in Celle sieht die Entwicklung anders aus. 2017 wurden die Notfallseelsorger zu 24 Einsätzen im Kirchenkreis gerufen. Ein Jahr zuvor waren es elf Einsätze mehr, nämlich insgesamt 35. Ein Großteil der Notfallseelsorge-Einsätze entfällt auf die Begleitung der Polizei beim Überbringen von Todesnachrichten. Während die Vermittlung der reinen Fakten der Polizei vorbehalten ist, stehen Notfallseelsorger den Betroffenen anschließend vor allem emotional zur Seite.

„Die Seelsorge in Notfällen gehört zu den grundsätzlichen Aufgaben des gemeindlichen Dienstes“, unterstrich Landessuperintendent Dieter Rathing mit Blick auf die landeskirchliche Ordnung für die Notfallseelsorge. Demgemäß wird die Aufgabe von rund 30 Pastoren und Diakonen in Celle als Teil ihres regulären Dienstes in Gemeinden oder kirchlichen Einrichtungen wahrgenommen. Zudem gibt es "nur einen ehrenamtlichen Notfallseelsorger. "Wir sind in Celle sehr gut aufgestellt", betont Karsten Willemer.

Insbesondere Einsätze im Zusammenhang von Suizid hätten zugenommen, teilten die Notfallseelsorger eine gemeinsame Erfahrung. Weiterhin seien die Pastoren und Diakone gebeten worden, Angehörige zu betreuen, etwa nach Verkehrsunfällen oder erfolglosen Reanimationsversuchen. Auch im Brandfall seien Seelsorger gefragt: „Wenn ein Haus brennt und Menschen mit ihrer Wohnung Hab und Gut verlieren, müssen wir da sein“, beschrieb Willemer eine Christenpflicht.

Als es zum Beispiel Mitte Januar an der Birkenstraße brannte, eilten einige Mitglieder der Paulusgemeinde zu den betroffenen Nachbarn. Sie boten den Betroffenen in der Pauluskirche Schutz und Kaffee und Kuchen zum Aufwärmen. "Bei der Notfallseelsorge geht es oft auch um die kleinen Dinge im Leben", erzählt Willemer.

Nach der Novellierung des Katastrophenschutzgesetzes im September 2017, stehe für die Landkreise und auch die Kirchenkreise jetzt die Umsetzung an, nannte Willemer ein aktuelles Thema. Dabei gehe es um Großschadenslagen, also den sogenannten „Massenanfall von Verletzten“. Dies sei eine Lage, die nicht mit den sofort vorhandenen und einsetzbaren Ressourcen bewältigt werden kann. Notfallseelsorger müssten die Konzepte samt handelnden Personen im jeweiligen Landkreis kennen.

Zum Glück sei das Netzwerk in Celle aus ehrenamtlichen Helfern besonders groß. "Seit dem tragischen Zugunglück von Eschede sind wir daher schon fast traditionell sehr gut auf Großschadenslagen vorbereitet und im Notfall sehr gut vernetzt", erläutert Willemer. So könnten schnell Ehrenamtliche benachrichtigt werden, die in ihren Gemeinden Seniorenkreise oder etwas das Frauenfrühstück organisieren. Diese zusätzlichen Helfer können dann im Ernstfall zum Beispiel wärmende Decken und heißen Tee verteilen.

In anderen Landkreisen sei der Gesprächsbedarf zu möglichen Großschadenslagen deutlich größer, schildert Willemer. Innerkirchlich gehe es um Fragen wie diese: Besteht ein Katastrophenschutz-Team? Welche Logistik können wir im Kirchenkreis vorhalten, etwa im Blick auf Gebäude, Fahrzeuge oder Personen? Lassen sich vorsorglich Alarmierungsgruppen organisieren? Das Thema soll im Herbst gemeinsam mit den Superintendenten der Kirchenkreise vertieft werden.

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