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Blaulicht Gemeinsames Bündnis gegen häusliche Gewalt in Celle
Celle Blaulicht Gemeinsames Bündnis gegen häusliche Gewalt in Celle
18:16 13.11.2014
Häusliche Gewalt, Symbolfoto Quelle: Martina Hancke
Celle Stadt

Mit einer guten Nachricht wartete Gastreferent Christian Pfeiffer, Leiter des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN) auf: „Die innerfamiliäre Gewalt hat in den vergangenen Jahren drastisch abgenommen." Pfeiffer bezog sich dabei auf Zahlen aus den KFN-Studien von 1992 und 2011. Danach sei die Gewalt gegen Kinder von 15 Prozent auf sieben Prozent zurückgegangen, die Vergewaltigung von Frauen von 4,6 Prozent auf 2,4 Prozent. Mit 52 Prozent gewaltfrei erzogener Menschen habe sich die Zahl in den letzten 20 Jahren verdoppelt. „Die Tendenz heißt mehr Liebe, weniger Hiebe", so der ehemalige Justizminister.

Einen Grund zum Ausruhen gäbe es dennoch nicht. Häusliche Gewalt sei ein Alltagsphänomen, das eine Veränderung in der Haltung der Gesellschaft fordere. Rosemarie Lüters, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Celle, betonte: „Gegen Gewalt gegen Frauen vorzugehen, ist eine öffentliche Aufgabe." Dies müsse mit Gesetzen untermauert werden.

Seit 2002 erlaubt das Gewaltschutzgesetz der Polizei, prügelnde Täter – zu 96 Prozent Männer – der gemeinsamen Wohnung zu verweisen oder in Gewahrsam zu nehmen. Nicht selten flüchten die betroffenen Frauen in Frauenhäuser.

„Die Nachfrage ist laut unserer Statistik gleichbleibend hoch", so Natalia Rusyniak vom Frauenhaus Celle. 2014 wurden bisher 37 Frauen und 20 Kinder betreut. 120 Frauen wurden zwar beraten, aber wegen Platzmangels weiter verwiesen. Die Beratungsstelle FeroXia verzeichnete einen Anstieg an Beratungen von 41 imJahr 2012 auf 63 für 2013.

Von Martina Hancke