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Blaulicht Gewalt in der Vergangenheit: Celler Polizei verstärkt Präsenz an Himmelfahrt
Celle Blaulicht Gewalt in der Vergangenheit: Celler Polizei verstärkt Präsenz an Himmelfahrt
08:14 28.05.2014
Von Christoph Zimmer
Die Dammaschwiesen sind ein beliebtes Ausflugsziel der Feierwilligen. An den gewalttätigen Auseinandersetzungen am Himmelfahrtstag des vergangenen Jahres waren vor allem Jugendliche und junge Erwachsene beteiligt. Quelle: Alex Sorokin (Archiv)
Celle Stadt

Platzverweise, Festnahmen, Anzeigen wegen Körperverletzungen und Angriffe gegen Beamte: An Christi Himmelfahrt musste die Polizei in den vergangenen beiden Jahren im Landkreis Celle immer wieder massiv einschreiten. Aufgrund dieser Erfahrungen will die Polizei am Feiertag mehr Präsenz zeigen, um Schlägereien und Streitigkeiten vorzubeugen. „Wir hoffen, dass alles friedlich bleibt“, sagt Polizeisprecher Thorsten Wallheinke, „aber wir sind auf Zwischenfälle vorbereitet.“

In der Vergangenheit ist mit zunehmendem Alkoholkonsum auch die Hemmschwelle bei Auseinandersetzungen gesunken. „Auch gegen Beamte“, sagt Wallheinke. Hinzu kam, dass sich bei den Auseinandersetzungen einige Menschen anstecken ließen. „In einer großen Gruppe suchen Mitläufer die Anonymität.“ Gerade die Größe der Ereignisse und die Anzahl der Anwesenden machten die Einsätze für die Polizei schwierig. „Wir haben die Einsätze ausgewertet und werden darauf reagieren.“

Ein kurzer Rückblick: Bei einer Massenschlägerei auf Gut Holtau wurden 2012 insgesamt zehn Polizeibeamte verletzt, acht Schläger in Polizeigewahrsam genommen und 17 Strafverfahren wegen Versuchs der Gefangenenbefreiung, Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, Körperverletzung und gefährlicher Körperverletzung eingeleitet. Auffällig damals: Bei dem Versuch, die Situation mit rund 300 meist alkoholisierten Personen zu klären, solidarisierten sich immer mehr Menschen gegen die Beamten. Es kam zu Beleidigungen und Bedrohungen, Polizisten wurden durch Schläge und Tritte verletzt. Fünf der Beamten waren auch am Tag danach nicht einsatzfähig.

An den Dammaschwiesen kam es 2013 vor allem zwischen Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu gewalttätigen Auseinandersetzungen. Mehr als 100 junge Leute hatten sich auf dem Gelände am Allerufer versammelt. Immer wieder gab es körperliche Auseinandersetzungen, bei denen mehrere Personen verletzt wurden. Die Prügeleien konnten nur durch eine starke Polizeipräsenz gestoppt werden, bei dem es auch zu Angriffen gegen die Beamten kam.

Auch in diesem Jahr dürften Gut Holtau und die Dammaschwiesen wieder beliebte Ausflugsziele von Feierwilligen am Himmelfahrtstag sein. „Wir haben aber bisher noch keine Hinweise, dass sich diese Orte als feste Ziele etablieren“, sagt Wallheinke. Es sei schwer vorherzusagen, ob es auch in diesem Jahr zu so massiven Auseinandersetzungen komme. „Da spielen viele Faktoren wie das Wetter oder der jeweilige Alkoholisierungsgrad eine Rolle.“

Wallheinke betont, dass es nicht Absicht der Polizei ist, den jungen Menschen und anderen Feiernden den Spaß am Himmelfahrtstag zu nehmen. „Wir beabsichtigen, durch ein frühzeitiges Erkennen von sich anbahnenden Brennpunkten deeskalierend zu wirken“, so der Polizeisprecher. „Unser Ziel ist es, dazu beizutragen, dass der Feiertag für alle Bürger möglichst friedlich und ohne körperliche oder sonstige Schäden verläuft.“