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Blaulicht Giftköder verunsichern Altenceller
Celle Blaulicht Giftköder verunsichern Altenceller
09:45 12.04.2016
Von Michael Ende
Ohne die schnelle Reaktion seines Frauchens wäre der Hund jetzt tot: Lisa Hellmanzik und ihr „Janosch“ haben den Schrecken überstanden. Quelle: Liane Sachs
Altencelle

"Ich war mit einer Freundin und ihrem sowie meinem Hund hinter der Gertruden-Kirche in Altencelle auf der Strecke unterwegs, die parallel zum Apfelweg an Weiden und Wasser vorbei in Richtung Innenstadt führt. Alles

ALTENCELLE. war wunderbar – erst auf dem Rückweg, schon wieder fast auf der Höhe der Kirche, quasi am Anfang des Spazierwegs, dachte ich, mein Hund wäre auf den Seitenstreifen gegangen, um Gras zu fressen", so Hellmanzik. Ihre Freundin machte sie darauf aufmerksam, dass da "eine große Menge Fleischbrocken" ausgestreut liegen. "Wirklich sorglos kann man als Hundehalter ja schon lange nicht mehr spazieren gehen – immer wieder hört oder liest man von Giftködern", erklärt Hellmanzik. Ihr war sofort klar: Ihr Airedale-Terrier-Alaskan-Husky-Mischling schwebte in akuter Lebensgefahr.

Jetzt zählte jede Sekunde, um das vergiftete Tier zu retten. "Weil alles schnell gehen musste, haben wir direkt beim Tierarzt angerufen und sind dann so schnell es ging zum Auto gelaufen und dann zum Tierarzt gefahren", sagt Hellmanzik. 20 Minuten später sei "Janosch" in die Praxis von Ulrike Sommer-Radschat eingeliefert worden: "Wir kamen dann auch sofort als Notfall dran. Mein Hund bekam Augentropfen, die schnell zum Erbrechen führen sollten. Dadurch, dass wir so schnell in der Praxis sein konnten, hat das zum Glück genügt – bestimmte Gifte führen bereits nach einer halben bis Dreiviertelstunde zu starken Krämpfen und zum Tod."

„Janosch“ hat den gemeinen Anschlag überlebt. Zur Polizei ist Lisa Hellmanzik nach dem Vorfall jedoch nicht gegangen: "Anzeige gegen Unbekannt haben wir nicht erstattet in der Annahme, dass das ohnehin ins Leere verlaufen würde, zumal es allein über 100 Euro kosten würde, das Fleisch im Labor untersuchen zu lassen und wir wirklich Glück im Unglück hatten. Wir haben da auch mit der Tierärztin drüber gesprochen und uns darauf geeinigt, das übrige Fleisch einzusammeln und zu entfernen, außerdem hat meine Freundin ein Schild am Baum nahe der Stelle aufgehängt und Hundehalter auf der Strecke gewarnt."

Vor fast genau einem Jahr hatten in Klein Hehlen zwei Yorkshire-Jack-Russel-Mischlinge in einem Garten von Leberwurst gefressen, die mit einer giftigen Substanz versetzt war. Ihre Besitzerin hatte Anzeige erstattet. Ohne Erfolg. "Im vergangenen Jahr gab es drei solcher Anzeigen", sagt Polizeisprecher Thorsten Wallheinke. Dabei gehe es um den Straftatbestand eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz, der mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren geahndet werde. In keinem der Fälle habe man einen Täter ermitteln können, so Wallheinke. Wer beobachtet, wie Tierquäler Giftköder auslegen, wird gebeten, sich unter Telefon (05141) 277215 mit der Polizei in Verbindung zu setzen.