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Blaulicht Haftstrafe für Hambührener nach Angriff mit Spitzhacke
Celle Blaulicht Haftstrafe für Hambührener nach Angriff mit Spitzhacke
21:59 12.05.2014
Mit einer Spitzhacke und Messern ging Karsten L. (rechts) auf seine Ex-Freundin und ihren neuen Partner los. Quelle: aja
Hambühren

HAMBÜHREN. Das Lüneburger Landgericht hat einen Hambührener, der Anfang Januar mit einer Spitzhacke auf seine 24-jährige Ex-Freundin und ihren gleichaltrigen Freund eingeschlagen hatte, wegen gefährlicher Körperverletzung zu vier Jahren und sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Der Mann sei nur knapp einer Verurteilung wegen versuchten Mordes entgangen, betonte der Vorsitzende Richter Franz Kompisch, weil die „Kammer im Zweifel für den Angeklagten von einer freiwilligen Rücktrittshandlung“ ausgegangen war. Bei der Attacke wurde die Frau am Knie verletzt, ihr Freund brach sich den Unterarm.

Denn nach den Feststellungen des Gerichts hat der Angeklagte zwar mit Tötungsabsicht auf seinen Nebenbuhler eingeschlagen, dann jedoch einen zweiten Angriff mit zwei Küchenmessern abgebrochen. Deshalb rückte die Kammer vom Vorwurf des versuchten Mordes ab. „Ihr Verhalten zeigt eine gefährliche Grundeinstellung“, sagte Kompisch zu dem Angeklagten. „Nutzen Sie die Zeit, an sich zu arbeiten.“

Obwohl der 25-jährige Straßenbauer beim Einschlagen auf den Mann mehrfach gerufen haben soll, „ich bringe dich um“, war Staatsanwalt Martin Ziesmann, der fünf Jahre wegen gefährlicher Körperverletzung gefordert hatte, schon nach der Beweisaufnahme davon überzeugt, dass der Angeklagte von einem etwaigen ursprünglichen Tötungsvorsatz Abstand genommen hatte. Das sei spätestens dann der Fall gewesen, als er sich der weinenden vierjährige Tochter im Kinderzimmer zuwandte, während die Spitzhacke noch auf dem Boden lag. „Es wäre ihm möglich gewesen, einen Tötungsvorsatz in die Tat umzusetzen.“

Der Verteidiger des Angeklagten, Jörg Salzwedel, hatte versucht, die Ausnahmesituation eines Mannes zu beschreiben, der sich zwar mit der Spitzhacke Zugang zur Wohnung seiner Ex-Freundin verschaffen wollte, jedoch ausrastete, als er erkannte, dass er belogen und als Partner lediglich zur Betreuung der Kinder ausgenutzt worden war. „Das entschuldigt nicht die Tat“, betonte Salzwedel, der mit seinem Plädoyer aber „verhindern wollte, dass sich das Bild eines trinkenden Unholds in den Köpfen verfestigt“.

Auch die beiden Opfer sahen in dem Angeklagten nicht den eiskalten Mörder, wie Nebenklagevertreterin Ute Rettel in ihrem Plädoyer heraus stellte. Vor allem die Ex-Freundin verfolge ausschließlich das Ziel, nie wieder von dem Angeklagten bedroht zu werden. „Und um Schmerzensgeld geht es hier in diesem Prozess auch nicht“, sagt Rettel. Eine möglichst lange Haftstrafe garantiere aber der jungen Frau, erst einmal wieder zur Ruhe kommen zu können. (aja)

Von aja