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Blaulicht Hambührener will aussagen
Celle Blaulicht Hambührener will aussagen
21:48 25.02.2014
Lüneburg

LÜNEBURG. Vor der vierten Großen Strafkammer am Lüneburger Landgericht hat der Prozess gegen einen 43-jährigen Mann aus Hambühren begonnen, der seine Stieftochter seit ihrem siebten Lebensjahr sexuell missbraucht haben soll. Außerdem soll er versucht haben, sie im vergangenen Jahr aus Furcht vor einer Anzeige zu töten. Im September 2013 – so der Vorwurf – hat er der heute 23-jährigen Kindergarten-Mitarbeiterin auf dem Weg zur Arbeit im Allensteiner Weg in Hambühren aufgelauert und zunächst auf sie geschossen. Als die Kugel ihr Ziel verfehlt hatte, soll der Angeklagte versucht haben, ihr Auto mit seinem Fahrzeug abzudrängen.

Der Vorwurf der Anklage lautet auf mehrfachen sexuellen Missbrauch und versuchten Mord in Tateinheit mit Körperverletzung, Verstoß gegen das Waffengesetz und gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr. Der erste Prozesstag endete schon kurz nach Verlesung der Anklage. Nachdem der Angeklagte erklärt hatte, er werde „Angaben zur Sache machen“, vertagte der Vorsitzende Richter am Landgericht, Franz Kompisch, den Prozess auf kommenden Montag. Insgesamt sieben Einzelfälle zählt die Staatsanwältin auf, bei denen der Angeklagte seine Stieftochter nach deren Angaben sexuell missbraucht hat.

Der Verteidiger des Angeklagten, Rechtsanwalt Martin Fricke, deutete an, dass sein Mandant angegeben habe, eine außereheliche Beziehung mit seiner Stieftochter gepflegt zu haben, die jedoch erst begonnen habe, als die junge Frau 17 Jahre gewesen sei. Zur Eskalation der Situation sei es aber erst gekommen, als die Stieftochter erkannt habe, dass er sich von dem Plan, mit ihr eine gemeinsame Wohnung zu suchen, Abstand genommen habe, so Verteidiger Fricke außerhalb der Gerichtsverhandlung. Der Angeklagte habe die junge Frau nicht töten wollen, sondern eine Aussprache erzwingen wollen. Bis zum April sind weitere zwölf weitere Sitzungstage angesetzt, 20 Zeugen sollen gehört werden.

Von Angelika Jansen