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Blaulicht Hohe Geldstrafe für zahlungsunfähigen Unternehmer
Celle Blaulicht Hohe Geldstrafe für zahlungsunfähigen Unternehmer
15:56 29.01.2014
Celle

Mit der Wirtschaftskrise habe das Dilemma seinen Lauf genommen, sagte der kaufmännische Angestellte zu den Prozessbeteiligten. Etwa um den Jahreswechsel 2010/2011 habe er gleich zwei Großkunden verloren und versäumt, Maßnahmen gegen eine Überschuldung zu ergreifen. Da seinerzeit die finanziellen Mittel knapp waren, habe er nach Absprache mit seinen Arbeitnehmern Lohnkürzungen, beziehungsweise -stundungen vorgenommen und mit den Krankenkassen Ratenzahlungsvereinbarungen getroffen, so der Angeklagte. Obwohl er ein Jahr lang regelmäßig mit den Gläubigern im Dialog gewesen sei und man ein Sanierungskonzept entworfen habe, hätten zwei Krankenkassen Insolvenzantrag gestellt. „Ich habe nichts veruntreut, sondern gegen eine Überschuldung der Firma angekämpft“, sagte der unvorbestrafte Geschäftsführer.

Den Angaben dreier betroffener Krankenkassen zufolge waren durch den Angeklagten im strafrechtllich erfassten Zeitraum Teilzahlungen, beziehungsweise verspätete Zahlungen der Versicherungsbeiträge erfolgt. Von einem Gesuch auf Stundungsvereinbarung habe man keine Kenntnis, so eine Fachangestellte. Den Angaben eines weiteren Zeugen zufolge waren bereits im September 2009 erste Zwangsvollstreckungsmaßnahmen gegen den verschuldeten Unternehmer eingeleitet worden. (pra)

Von Anke Prause