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Blaulicht JVA Salinenmoor: Klosterknast oder Abriss?
Celle Blaulicht JVA Salinenmoor: Klosterknast oder Abriss?
18:32 13.12.2016
Von Gunther Meinrenken
Strohballen versperren den Weg. Schwere Geschütze, so könnte man ironisch bemerken, bietet das Land auf, um Einbrecher von den Außengebäuden der ehemaligen JVA Salinenmoor fernzuhalten. Doch Metalldiebe lassen sich nicht davon und auch nicht von Schranken und Verbotsschildern von ihrem Tun abhalten. Quelle: Oliver Knoblich
Celle

Nach Auskunft des Finanzministeriums ist die JVA Salinenmoor von der Justizverwaltung im Sommer 2015 an den Landesliegenschaftsfonds übergeben worden. Der Grund: Mit Hilfe des Staatlichen Baumanagements sollten die Gebäude vor Vandalismus oder Plünderung geschützt werden. Bei vier Häusern außerhalb des eigentlichen ehemaligen Gefängnisses wurden Fenster, Lichtschächte und Türen mit massiven Platten "vollflächig verschlossen". "Die Bretterverkleidung im Eingangsbereich zum Haus des offenen Vollzuges war zusätzlich mit einem Schloss gesichert", so Antje Tiede, Sprecherin des Finanzministeriums. "Angesichts des Objektswerts sei bewusst eine wirtschaftlich angemessene Sicherung vorgesehen und auch auf eine Videoüberwachung verzichtet worden", fährt Tiede fort.

Nach dem ersten Einbruch wurde ein Wachdienst engagiert. Reaktion auf den zweiten Vorfall: Am Wachdienst wird festgehalten. Außerdem: "Eine Videoüberwachung behält sich das Land vor", sagt Tiede. Die Schrottdiebe dürften beeindruckt sein.

Die Einbrüche lassen auch die Frage aufkommen, welche Nachnutzung für die JVA Salinenmoor vorgesehen ist. Doch zwei Jahre nach der Schließung gibt es noch immer keine konkreten Pläne. Gespräche zwischen Stadt und Landesliegenschaftsfonds sind bisher ohne Ergebnis geblieben. Der CDU-Landtagsabgeordnete Thomas Adasch hält die Schließung angesichts des aktuellen Bedarfs an Plätzen für Untersuchunghäftlinge für einen großen Fehler.

Axel Fuchs, in dessen Bereich als Ortsbürgermeister von Groß Hehlen die JVA fällt, würde sie am liebsten abreißen lassen. "Die Fläche könnte man dann wieder renaturieren", meint Fuchs. Für andere Nutzungen müsste die Stadt den Bebauungs- und Flächennutzungsplan ändern. Doch Ideen sind rar. "Es hat einmal einen Interessenten gegeben, der nach dem Vorbild von Klostern, vorhatte, das Gefängnis für Manager, die mal eine Auszeit brauchen, zu nutzen", berichtet Fuchs. Doch letztlich sei daraus nichts geworden. So liegt ein Abriss nahe. Und bei dem müsste man sich in Celle zumindest keine Sorgen machen, das Altmetall loszuwerden.