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Blaulicht Junge Männer stellen Mitbewohner mit Schlagstock zur Rede
Celle Blaulicht Junge Männer stellen Mitbewohner mit Schlagstock zur Rede
19:06 05.06.2018
Quelle: Christian Link
Celle Stadt

Aussagen, die unmittelbar nach der Tat bei der Polizei gemacht worden waren, wurden vor Gericht nicht wiederholt. Es sei zu lange her, um sich an alle Details zu erinnern, sagten die beiden Angeklagten. Beide sind Jahrgang 1998 und gelten somit rechtlich als Heranwachsende. Es sei lange her, sagte auch der 23-jährige Hauptzeuge, der nicht nur Opfer gewesen ist, wie sich im Verlauf der Verhandlung zeigte.

Der Abend im Juni des vergangenen Jahres hätte nicht unglücklicher verlaufen können: Einer der beiden Angeklagten wurde von seiner Freundin angerufen, die am Telefon geweint hat. Sie fühlte sich von einem Mitbewohner ihrer WG wiederholt beobachtet.

Der Freund wollte den Mitbewohner zur Rede stellen und fragte seinen Kumpel, ob dieser mitkommen könne. Und so wurde der Kumpel zum zweiten Angeklagten, denn als die beiden gegen 21 Uhr in der WG eintrafen, kam es nach übereinstimmenden Aussagen sofort zu Handgreiflichkeiten. Der Kumpel hatte „dummerweise“ – wie er selbst sagte – einen Teleskop-Schlagstock in der Tasche. Rechtlich gilt dieser als Waffe.

Der Mitbewohner sagte als Zeuge vor dem Jugendschöffengericht aus, dass er nicht damit gerechnet habe, dass die junge Frau ihren Freund anrufen würde. Er habe sich durch die beiden Jungs in der Wohnung überrumpelt und bedroht gefühlt und sich nur verteidigt, als die beiden ihn schlagen wollten.

Der Zeuge bekam den Schlagstock zu fassen. Was dann geschah, darüber gingen die Aussagen auseinander. Nach wenigen Minuten flüchteten die beiden Jungs aus der Wohnung auf die Straße. Die Freundin hatte inzwischen die Polizei gerufen.

Die Richterin schlug vor, das Verfahren gegen den Freund der Frau einzustellen. Als Grund nannte sie den unterschiedlichen Grad der Verletzungen: Während der Mitbewohner Schmerzen am Hals verspürte und Stress geltend machte, weil ihn „zwei Jungs in seiner Wohnung angegriffen“ hatten, erlitt der Freund unter anderem mehrere schwere Prellungen, die ambulant im Krankenhaus versorgt wurden. Das Geschehene belastet ihn auch heute noch.

Der Staatsanwalt signalisierte seine Zustimmung zu einer Einstellung. Der Verteidiger des zweiten Angeklagten forderte daraufhin ebenfalls eine Einstellung des Verfahrens gegen seinen Mandanten. Der Staatsanwalt betonte, dass es von der Justiz nicht geduldet werde, dass eine fremde Wohnung mit einem Schlagstock betreten werde. Da der Angeklagte der Einziehung des Tatwerkzeugs zugestimmt habe, könne er sich eine Einstellung jedoch vorstellen.

Nachdem sich die Richterin und die beiden Schöffen beraten hatten, wurde das Verfahren gegen die beiden Angeklagten eingestellt, die Kosten trägt die Landeskasse.

Von Martina Rolfs

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