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Blaulicht Keine Bewährung für unbelehrbaren Verkehrssünder aus Celle
Celle Blaulicht Keine Bewährung für unbelehrbaren Verkehrssünder aus Celle
20:46 20.03.2015
Celle Stadt

„Der Warnschuss vom letzten Strafverfahren hat Sie offensichtlich nicht erreicht“, sagte der Staatsanwalt in seinem Antrag, welchem die Strafrichterin nachkam. Die Chancen auf Bewährung seien verspielt. „Aus Langeweile hatte ich damals mit meinem Nachbarn eine Wette abgeschlossen“, lautete das Geständnis des Hartz-IV-Empfängers. Bei Bestehen einer Mutprobe, sich ohne Führerschein ans Steuer zu setzen, habe ihm der Nachbar einen kostenlosen Haarschnitt zugesichert. Sein Wetteinsatz für den Fall des Nichtbestehens seien fünfzig Euro gewesen, sagte der Arbeitsuchende.

Auch ohne Führerschein besitze er Fahrkenntnisse, weshalb es für ihn Anfang November keine wirkliche Herausforderung gewesen sei, Auto zu fahren. Nach anonymem Hinweis auf der Polizeistation, dass jemand mit Pkw und ohne Führerschein im Celler Landkreis unterwegs sei, war der Mann gegen 20.30 Uhr in Hehlentor angehalten worden. Aus Panik, mit hineingezogen zu werden, soll ihm der Nachbar kurz darauf das Auto für 200 Euro zum Kauf angeboten haben. Er sei davon überzeugt, dass dieser ihn angeschwärzt habe, sagte der Angeklagte. Die Polizisten hätten gewusst, welche Kleidung er getragen hatte.

Beim weiteren Tatvorwurf handelte es sich um eine vorangegangene Rollerfahrt mit Beiwagen durch Celle. Gemäß der Anklage war der getrennt lebende Familienvater Mitte Oktober schneller als zulässig mit seinem Roller auf der Wilhelm-Hasselmann-Straße unterwegs. Das Zweirad sei gedrosselt, aber defekt gewesen, hieß es vom Angeklagten. Er habe noch Ersatzteile beschaffen wollen und nicht gewusst, dass er für die Mitnahme eines Beifahrers eine Fahrerlaubnis benötige. Den Roller habe er inzwischen verschrottet, denn er wolle jetzt ein neues Leben beginnen.

Von Anke Prause