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Blaulicht König von Wietze muss ins Gefängnis
Celle Blaulicht König von Wietze muss ins Gefängnis
16:54 28.02.2018
Auf seinem Grundstück in Wietze wurde ein US-Car-Händler im Juli angeschossen. Die Täter wurden gestern vom Landgericht Lüneburg verurteilt. Quelle: Christopher Menge
Wietze

Der Prozess hatte Verbindungen ins Rocker- und Rotlichtmilieu beleuchtet. Die Ziehtochter von Frank Hanebuth, einem der führenden Kopf der Hells Angels Deutschlands, tauchte in den Akten auf. Am Ende löste aber keine organisierte Bande, sondern die Beziehung zweiter Menschen eine Lawine von Straftaten aus. Der Geschädigte pflegte eine intime Beziehung zu einer 25-jährigen Ezidin. Ihr jüngster Bruder ahnte es lange. Erst Anfang Juli lagen gesicherte Erkenntnisse vor.

Das Austüfteln eines Plans, die verhängnisvolle Affäre zu beenden, dauerte mehrere Wochen. Das jüngste Mitglied der Familie, der 20-jährige Beschuldigte, dirigierte in den späten Abendstunden des 23. Juli den Geschäftsmann unter einem Vorwand aus den Verkaufsräumen nach draußen und feuerte mit einer Maschinenpistole auf den Oberkörper. Die erste Kugel drang in den Brustkorb ein, schrammte knapp am Herzen vorbei. Der Heranwachsende feuerte noch vier weitere Male auf das am Boden liegende Opfer. Wegen eines technischen Defekts löste sich kein Schuss. Die Kamera, die das Firmengelände des Autohändlers filmte, hielt die Minuten des dramatischen Anschlags fest.

Der Komplize, ein 41 Jahre alter Italiener, hatte die Waffe vor den Verkaufsraum deponiert. Über seine Rolle diskutierten die Verfahrensbeteiligten lange. Der Einlassung zur Folge habe er die Patronen aus der Pistole entfernt, der Autohändler sollte lediglich durch eine Schlägerei zur Vernunft gebracht werden. "Diese Einlassung ist lächerlich. Sie ist ein Rohrkrepierer", fasste der Richter zusammen. Als Polizeispürhund "Hexe" die Knarre tief verbuddelt im Erdreich erschnüffelte, machte ein Ballistiker des Bundeskriminalamts zwei interessante Beobachtungen. Im Schacht befanden sich mehrere Kugeln und ein Schalldämpfer war aufgezogen. Das mache alles nur Sinn, wenn damit jemand abdrücken will, argumentierte Richter Wolter.

"Wir stellen den Erhalt des Ehrgefühls bei der Tat fest. Sie brauchen richtig viel Zeit, etwas zu begreifen", sagte er in Richtung des 20-Jährigen. Ein Vorfall aus dem Jugendgefängnis Hameln habe das gezeigt. Der junge Mann drohte dort einem Häftling offen mit Mord. Der sichergestellte Brief an einen Kumpel mit der Passage „Blut ist dicker als Wasser. Besser eine Handvoll Familie, der Rest ist verflucht" machte das Schwurgericht zu einem wichtigen Ereignis, um damit die krude Gedankenwelt des „selbsternannten Königs von Wietze“ zu unterstreichen.

Es ist möglich, dass der Lüneburger Richterspruch im Wege der Revision vor dem Bundesgerichtshof in Karlsruhe landet. Die Verteidiger beantragen für ihre Mandanten lediglich Haftstrafen zwischen zwei Jahren und zehn Monaten und vier Jahren.

Von Benjamin Reimers

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