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Blaulicht Kontoplünderung: Escheder Wehr spricht mit Berater
Celle Blaulicht Kontoplünderung: Escheder Wehr spricht mit Berater
18:04 27.01.2014
Von Carsten Richter
Eschede

"Zunächst einmal müssen alle Unterlagen gesichtet werden", erklärt Heinemann. "Jeden Tag geht es jetzt ein Stück weiter." Vor allem unter den beiden Kassenprüfern der Feuerwehr sei nach dem Vorfall die Unsicherheit groß. Deren Aufgabe war es, die Tätigkeiten des 37-jährigen Kassenwarts zu überprüfen, also festzustellen, ob das Vermögen ordnungsgemäß verwaltet wurde. Haben sie immer sorgfältig kontrolliert? Alle zwei Jahre werden sie neu gewählt, von eventuellen Unregelmäßigkeiten in den vergangenen Jahren hätten also gleich mehrere Kassenprüfer Kenntnis nehmen müssen. "Sie genießen unser absolutes Vertrauen. Unsere Kassenprüfer haben nie etwas gefunden", betont Ortsbrandmeister Gerald Lange.

Dennoch habe eine sorgfältige Aufbereitung in nächster Zeit Priorität, so Heinemann. Sicherer sei es also, der Steuerberater würde gleich die gesamten letzten 13 Jahre überprüfen – so lange hatte der Kassenwart sein Amt ausgeübt. Die Konten der Feuerwehr wurden gleich nach Bekanntwerden gesperrt und die Unterlagen sichergestellt. "Der Steuerberater muss 25 bis 30 Ordner durcharbeiten", erklärt Lange. In dem Gespräch mit ihm würden auch juristische Schritte diskutiert. Bislang hatte die Escheder Wehr davon abgesehen, Anzeige gegen den 37-Jährigen zu erstatten. Immerhin gehörte er ihr seit dem elften Lebensjahr an. Nachdem er gegenüber Lange und seinem Stellvertreter Jens Peters gestanden hatte, dass der Kassenbestand nicht vorhanden sei, war er aus der Freiwilligen Feuerwehr ausgetreten. "Wir möchten uns den weiteren Weg noch offen halten", sagt Lange. Doch auch ohne eine Anzeige wird die Staatsanwaltschaft Ermittlungen aufnehmen. Sie hat die CZ-Berichterstattung zur Kenntnis genommen, mehr wollte Oberstaatsanwalt Witold Franke nicht dazu sagen.

Bei den geplünderten Konten handelt es sich um Mitgliedsbeiträge und um die Kameradschaftskasse. Der Kassenwart war unter den Kameraden sehr beliebt. "Umso mehr ist es ein Schock für uns", meint Heinemann. Angeblich hatte er mit beruflichen und familiären Problemen zu kämpfen. (car)