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Blaulicht Kriminalität: Sicherheit ist ein Gefühl
Celle Blaulicht Kriminalität: Sicherheit ist ein Gefühl
15:55 05.04.2013
Von Gunther Meinrenken
Celler Polizeichef Eckart Pfeiffer referierte über Sicherheit im Landkreis Celle. Quelle: Alex Sorokin
Celle Stadt

72 Prozent der Deutschen glauben, dass die Kriminalität immer mehr zunimmt. Die Fakten sprechen eine andere Sprache. Die Zahl der Straftaten geht kontinuierlich zurück – auch im Landkreis Celle. Das machte der Leiter der Celler Polizeiinspektion, Eckart Pfeiffer, am Donnerstagabend, 4. April, im Beckmannsaal deutlich. „Viele sagen, es ist schlimmer geworden. Doch dem ist nicht so“, erklärte Pfeiffer gleich zu Beginn seines Vortrags, den er auf Einladung der Sektion Celle der Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik gehalten hat.

Das Thema beschäftigt die Celler. Das machte die große Resonanz auf den Vortrag Pfeiffers deutlich. Und es ist vor allem die ältere Bevölkerung, die sich um die Sicherheit auf Celles Straßen sorgt. Etwa 140 Besucher waren zu der Veranstaltung erschienen, die meisten von ihnen gehörten der Generation 50plus an.

Pfeiffer unternahm zunächst einen kleinen Exkurs durch die Kriminalitätsstatistik des vergangenen Jahres. Demnach haben sich die Straftaten bei etwa 12.000 eingependelt, die Aufklärungsquote von 62,4 Prozent liegt über dem Bundes- und Landesdurchschnitt, im Bereich der Polizeidirektion Lüneburg ist Celle damit an der Spitze. Die Gewaltdelikte sind rückläufig, die Täter zu drei Vierteln männlich. Ausländer sind bei den Straftaten überproportional vertreten. „Es handelt sich hierbei um durchreisende Täter. Die Erfahrungswerte deuten auf Osteuropa, es sind nicht die Ortsansässigen“, betonte Pfeiffer.

Bei der Jugendkriminalität gibt es mehr Delikte durch weniger Täter. „Zu 90 bis 95 Prozent werden die Jugendlichen nur einmal straffällig, es scheint, als gehöre das Austesten von Grenzen in welcher Form auch immer zum Erwachsen werden“, stellte Pfeiffer fest, der davon sprach, dass man im gesamten Landkreis gerade einmal eine Handvoll Intensivtäter im Jugendalter habe.

Auch bei den politisch motivierten Straftaten gab Pfeiffer Entwarnung. Im linksextremen Spektrum beobachte man eine Gruppe von etwa 15 Personen. Hier sei es 2011 zu Sachbeschädigungen und Nötigungen militanter Tierschützer in Zusammenhang mit dem Hühnerschlachthof in Wietze gekommen. Die Rechtsextremen habe die Celler Polizei stark im Fokus. 2011 hätten sich sechs leichte Körperverletzungen ereignet, der Großteil der insgesamt 56 Straftaten seien Propagandadelikte gewesen.

In der anschließenden Diskussion ging es um Organisierte Kriminalität, Motorrad-Clubs und den Wunsch, dass die Polizei stärker in der Innenstadt Präsenz zeigen solle, um auch Fahrradrowdys zur Räson zu bringen. Pfeiffer führte aus, dass dieser Bereich von sechs Polizisten „bestreift“ werde.

Auch die Anzahl der Wohnungseinbrüche wurden thematisiert. 350 Fälle gab es hier im vergangenen Jahr, die Aufklärungsquote liegt bei 30 Prozent. „Wir wollen die Zahl der Einbrüche nach unten bekommen und das geht“, kündigte Pfeiffer an.