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Blaulicht Missglücktes Einparkmanöver: Verfahren gegen Celler eingestellt
Celle Blaulicht Missglücktes Einparkmanöver: Verfahren gegen Celler eingestellt
15:13 05.03.2015
Celle Stadt

Das ungeschickte Manöver hatte einen Schaden von knapp 800 Euro und für den Angeklagten die Einziehung des Führerscheins zur Folge. Vor dem Hintergrund unschlüssiger Angaben einer Zeugin nahm das Strafverfahren eine überraschende Wende.

Nachdem eine Anwohnerin telefonisch die Halter des beschädigten Autos darüber informiert hatte, dass deren Auto verbeult worden sei, hatten die 75 und 82 Jahre alten Eheleute die Polizei verständigt. Anfang September soll die Augenzeugin auf der Polizeiwache geschildert haben, dass der Angeklagte um 15 Uhr auf der Straße eine „regelrechte Rallye“ veranstaltet habe und gegen 18 Uhr mit dem Motorrad in die Parklücke gefahren sei. Dann habe sie von ihrem Balkon aus gesehen, wie er das stark geneigte Zweirad wieder aufgerichtet und seinen Spiegel eingestellt habe, sagte ein Polizist vor Gericht aus. Laut Polizeiprotokoll will die Frau damals auch ein schleifendes Geräusch gehört und danach den „nicht nüchtern wirkenden“ Angeklagten beim schnellen Weggehen beobachtet haben.

„Beschädigungen an der Karosserie des Autos habe ich nicht hören oder sehen können“, gab die Hauptbelastungszeugin jetzt zu Gerichtsprotokoll. Sie habe nur mitbekommen, dass der Mann sein abgeschaltetes Motorrad in die Parkbucht geschoben und einen Ausruf des Erstaunens ausgestoßen habe, eher er es aufgerichtet und den Spiegel justiert habe. Der Angeklagte hatte über seinen Verteidiger erklärt, dass er zwar am Tattag Motorrad gefahren sei, jedoch erst hinterher Alkohol getrunken und später draußen seinen Zündschlüssel gesucht habe. Die reparierten Schäden an den Verkleidungsteilen seiner Maschine stammten nachweislich aus einem Unfall von vor drei Jahren, hieß es. Er erhielt vom Richter seinen Führerschein zurück.

Von Anke Prause