Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Blaulicht Mord an Frederike aus Hambühren: Polizei sind Hände gebunden
Celle Blaulicht Mord an Frederike aus Hambühren: Polizei sind Hände gebunden
07:58 18.05.2015
Von Simon Ziegler
Frederike von Möhlmanns Mörder läuft noch immer frei herum. Quelle: Fremdfotos/eingesandt
Hambühren

HAMBÜHREN. Manfred Häder war einer der Kripobeamten, die den Mord an Frederike von Möhlmann bei Hambühren im November 1981 aufklären wollten. Heute ist Häder 78 Jahre alt und lebt in Celle. Er hat die Verurteilung von Ismet H. 1982 am Landgericht Lüneburg genauso verfolgt wie den Freispruch am Landgericht Stade im Jahr darauf. Der Kriminalhauptmeister wurde in beiden Verhandlungen als Zeuge gehört. Jetzt kommen die Erinnerungen wieder hoch. „Das geht einem unter die Haut, wenn ein junges Mädchen so geschändet und getötet wird“, sagte Häder der Celleschen Zeitung.

Der Freispruch in Stade sei für ihn damals „total überraschend“ gekommen, erinnert er sich. Für den Kripobeamten war aufgrund der Spurenlage klar, dass der Angeklagte der Mörder der damals 17-jährigen Frederike sein musste. Viel mehr will Manfred Häder nicht zu dem Fall sagen. Denn, so gibt er zu bedenken, wenn der Fall vor Gericht erneut aufgerollt werden sollte, dann muss auch er möglicherweise wieder aussagen.

Dass der Mordfall neu aufgerollt wird, gilt aber nach wie vor als sehr unwahrscheinlich. Erwartet wird, dass der am Landgericht Lüneburg jetzt zivilrechtlich Beklagte die sogenannte Einrede stellen wird. In dieser wird festgestellt, dass die Zivilklage verjährt ist, womit es zu keiner Verurteilung von H. mehr kommen könnte – es sei denn, er legt doch noch ein Geständnis ab. Sein Anwalt Matthias Waldraff wollte eine CZ-Anfrage zur Einrede nicht beantworten. Zum jetzigen Zeitpunkt gebe er keine Erklärungen ab. „Ich will die Situation erst einmal beruhigen“, sagte Waldraff knapp.

Am Landgericht Lüneburg gibt es derzeit noch keinen Termin zur Verhandlung der Zivilklage. Der Beklagte muss persönlich nicht erscheinen, sagte eine Gerichtssprecherin.

Im Mordfall Frederike von Möhlmann wird H. durch eine DNA-Probe aus dem Jahr 2012 schwer belastet. Dennoch sind der Polizei die Hände gebunden, weil der heute 56-Jährige 1983 rechtskräftig freigesprochen wurde. „Wir dürfen gegen einen rechtskräftig Freigesprochenen in keinster Weise ermitteln. Und das tun wir auch nicht“, stellt Celles Polizeichef Eckart Pfeiffer klar. Es gilt der Grundsatz des „Strafklageverbrauchs“. Wer einmal rechtskräftig freigesprochen wurde, darf in dieser Sache grundsätzlich nicht wieder vor Gericht gestellt werden. „Für jegliche Ermittlungen gegen den mutmaßlichen Täter von damals ist aktuell kein Raum“, so Pfeiffer.

Dennoch werde die Akte nicht geschlossen. Die Polizei darf nicht gegen H. ermitteln, aber sie darf allgemein tätig werden. „Gibt es neue Anhaltspunkte, die zu einer Wiederaufnahme des Verfahrens führen können, werden diese verfolgt“, sagt Pfeiffer. Es bleibe das Ziel der Celler Polizei, „einen ermittelten Täter einer Bestrafung zuzuführen“.