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Blaulicht Mord bei Hambühren: Frederikes Vater will vor Bundestag protestieren
Celle Blaulicht Mord bei Hambühren: Frederikes Vater will vor Bundestag protestieren
20:57 06.05.2015
Von Simon Ziegler
Hambühren

HAMBÜHREN. Von Möhlmann kündigte im Gespräch mit Gastgeberin Sandra Maischberger an, er weiter dafür kämpfen, dass der Mörder seiner Tochter bestraft wird, auch wenn die juristischen Versuche fehlschlagen sollten. "Dann gehe ich zum Bundestag und zum Justizminister. Da schreibe ich gar nicht hin, da stehe ich einfach vor der Tür. Wenn das nicht gelingt, gehe ich nach Brüssel. Ich brauche einfach Unterstützung von der Öffentlichkeit. Das kann so nicht weitergehen", sagte von Möhlmann.

Die Gerichte hatten einen Tatverdächtigen 1982 zunächst verurteilt und 1983 dann freigesprochen. Eine DNA-Spur aus dem Jahr 2012 belastet ihn schwer. Weil der Freispruch rechtskräftig ist, kann Ismet H., der heute immer noch in der Nähe von Celle leben soll, nicht erneut der Prozess gemacht werden. Von Möhlmann klagt jetzt in Lüneburg auf Schmerzensgeld, obwohl die Ansprüche verjährt sind. "Die Erfolgsaussichten sind nicht hoch, aber es macht sie nicht sinnlos. Die Zivilklage war die einzige Möglichkeit, unser Anliegen an ihn zu adressieren und Herrn Möhlmann Gehör zu verschaffen. Es gab keine andere Möglichkeit", begründete Anwalt Schädler bei Maischberger das ungewöhnliche Verfahren.

"Haben Sie für sich, dadurch dass Sie vielleicht selber eine Antwort darauf haben, wer der Mörder sein könnte, Ruhe gefunden?", wurde von Möhlmann von der Gastgeberin gefragt. Er finde keine Ruhe, "das geht gar nicht", entgegnete Frederikes Vater. "Der Mann, der läuft da frei herum, das ist für mich unfassbar."