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Blaulicht Mordanklage gegen Hambührener
Celle Blaulicht Mordanklage gegen Hambührener
17:08 03.02.2014
Im Landgericht Lüneburg muss sich der Hambührener ab Ende Februar verantworten. Quelle: Tore Harmening
Hambühren

Der Fall hatte im September vergangenen Jahres Hambühren für einige Stunden in Atem gehalten, weil der Mann das Auto seiner Stieftochter zunächst mit einem Geländewagen am Allensteiner Weg gerammt, dann auf das Fahrzeug geschossen hatte und schließlich geflohen war. Mit einer Großfahndung, bei der unter anderem ein Hubschrauber im Einsatz war, wurde er schließlich drei Stunden nach der Tat verhaftet und sitzt seitdem in Untersuchungshaft.

Die Staatsanwaltschaft in Celle wirft ihm vor, dass der Angeklagte seine Stieftochter seit ihrem siebten Lebensjahr achtmal sexuell missbraucht hat. „Als diese im Alter von 22 Jahren begonnen habe, sich von der Familie zu distanzieren und den Angeklagten für ihr ‚verpfuschtes‘ Leben verantwortlich zu machen, habe der Angeklagte aus Angst, die Geschädigte könnte den jahrelangen Missbrauch einem Dritten anvertrauen, beschlossen, diese mit der von ihm illegal besorgten Pistole ‚Mauser‘ zu töten”, heißt es in einer Mitteilung des Landgerichtes, die gestern veröffentlicht wurde.

Er habe der jungen Frau nahe ihrer Arbeitsstelle aufgelauert. Als seine Stieftochter, die ihn gesehen hatte, jedoch nicht angehalten habe, sondern die Fahrt fortsetzte, sei ihr der Angeklagte gefolgt und habe zunächst absichtlich ihr Fahrzeug gerammt, heißt es in der Beschreibung vom Tatablauf. Dann habe er mit der Waffe auf den Kopf der 22-Jährigen gezielt, sei auf sie zugegangen und habe mindestens einen Schuss abgegeben, der sein Ziel aber verfehlte.

Die Frau flüchtete, wurde aber von ihrem Stiefvater weiter verfolgt. Er habe versucht, dass Auto erneut zu rammen, um sie zu töten. Die Frau habe der Kollision jedoch ausweichen können. Anschließend sei ihr endgültig die Flucht gelungen.

Wie Oberstaatsanwalt Witold Franke sagte, hat sich der Mann über seinen Anwalt gegenüber der Staatsanwaltschaft geäußert. „Er hat sowohl den Tatvorwurf des sexuellen Missbrauchs als auch der versuchten Tötung zurückgewiesen”, so Franke. Er habe seine Stieftochter nicht sexuell missbraucht. Auch habe er an dem Tag, als er der 22-Jährigen mit der Pistole aufgelauert und ihren Wagen gerammt hatte, nicht die Absicht gehabt, sie zu töten. Er habe sie nur zur Rede stellen wollen und bei den Schüssen lediglich auf die Reifen gezielt.

Sollte das Gericht allerdings eher der Darstellung der Staatsanwaltschaft zuneigen, droht dem Mann eine mehrjährige Haftstrafe. Der Prozessbeginn ist für den 25. Februar, 9.30 Uhr, in Saal 21 des Landgerichtes geplant. Das Gericht hat insgesamt 13 Termine angesetzt. Gehört werden sollen 20 Zeugen und vier Sachverständige. Tore Harmening

Von Tore Harmening