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Blaulicht Mutmaßlicher Brandstifter von Westercelle gefasst (aktualisiert)
Celle Blaulicht Mutmaßlicher Brandstifter von Westercelle gefasst (aktualisiert)
07:38 06.05.2015
Celle Stadt

In den vergangenen Wochen hatte die Polizei einen Tatverdächtigen ermittelt, der am Montag festgenommen wurde. Der 23-Jährige wurde am Dienstag auf Antrag der Staatsanwaltschaft Celle einer Ermittlungsrichterin am Amtsgericht vorgeführt, die ihn in Untersuchungshaft schickte.

Während seiner Vernehmung räumte der Mann, der selbst in dem Haus am Mondhagen wohnte, ein, das Feuer in der Tatnacht gelegt zu haben. Auch für zwei Brände, bei denen im Februar dieses Jahres geringer Schaden am und im Haus entstand, soll der Mann verantwortlich sein.

Als eine Anwohnerin am Dienstag von dieser Nachricht erfuhr, schossen ihr die Tränen in die Augen. "Das ist ein Schock, da muss ich gleich weinen", sagt die junge Mutter. Denn sie kann nicht glauben, dass jemand das Leben ihrer Familie wegen Streitigkeiten mit dem Hausbesitzer aufs Spiel gesetzt hat.

Am Sonntag, 12. April, gegen 2.40 Uhr war Verkehrsteilnehmern und Anwohnern eine starke Rauchentwicklung im Dachstuhl des Mehrfamilienhauses am Mondhagen aufgefallen. Sie weckten die Bewohner des Hauses und bewahrten sie so vor körperlichen Schäden. Der Brand breitete sich später auf den gesamten Dachstuhl des Hauses aus und verursachte einen Sachschaden von etwa einer Million Euro, wie jetzt bekannt wurde.

Die Bewohnerin des Obergeschosses war in der Brandnacht durch Geräusche im Haus geweckt geworden. Mittlerweile weiß sie, dass diese durch das Feuer in der Nebenwohnung verursacht worden waren. Kurze Zeit später waren die ersten Helfer auf dem Flur. Jetzt überlegt sich die Frau einen Anwalt zu nehmen, denn diesen Anschlag will sie nicht so stehen lassen. "Stellen Sie sich mal vor, Sie schlafen und dann versucht sie jemand abzufackeln", sagt sie der CZ.

Doch sie ist zumindest froh, dass es erste Ermittlungsergebnisse gibt: "Wir und auch die Vermieter wollten immer wissen, was los ist." Dass es Streit gab, hat sie nicht mitbekommen. Doch die vorherigen kleineren Brände hätten sie schon stutzig gemacht, sagte sie. Schließlich habe es auch in der Waschküche gebrannt - und dort hatten nur Mieter Zutritt.

Die Familie hofft nun, dass sich die Angelegenheit nicht negativ auf die Vermieter auswirkt. "Das waren die besten Vermieter, die wir je hatten", sagt die Mutter. Sie selbst habe nie Probleme gehabt, sondern stets ein sehr gutes Verhältnis.

Unterdessen meldete die Polizei, dass zwischen dem 12. und 24. April unbekannte Täter in die Brandruine eindrangen. Unter anderem zwei Spiegelreflexkameras, eine Videokamera und eine Spielkonsole im Gesamtwert von rund 2000 Euro seien dabei aus einer Wohnung im Obergeschoss entwendet worden.

Von Christopher Menge und Johanna Müller