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Blaulicht Nach Krawallen zwischen Kurden und Tschetschenen in Celle: Prozess beginnt
Celle Blaulicht Nach Krawallen zwischen Kurden und Tschetschenen in Celle: Prozess beginnt
17:02 03.02.2015
Von Carsten Richter
Im Bereich der Fuhsestraße hatten sich Eziden und Muslime heftige Straßenkämpfe geliefert, auch mit der Polizei. Quelle: Benjamin Westhoff (Archiv)
Lüneburg

LÜNEBURG. Nach den Krawallen in der Fuhsestraße, bei denen mehrere Personen verletzt worden waren, wurden mehrere Männer festgenommen, darunter der 31-Jährige – ein deutscher Staatsangehöriger kurdischer Herkunft. Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft: Der Angeklagte habe während der Auseinandersetzungen zunächst mit einem Teleskopschlagstock aus Metall von oben in Richtung des Oberkörpers eines Kontrahenten geschlagen. Dieser habe den Schlag jedoch mit seinem Unterarm abblocken können.

Wie es in einer Mitteilung des Landgerichts heißt, habe sich der Angeklagte daraufhin einem anderen Beteiligten zugewandt, der zuvor bereits von zahlreichen anderen Beteiligten mit Schlägen und Tritten traktiert worden sei. Er habe deswegen schon gekrümmt auf der Straße gekniet oder gehockt – ab Freitag sitzt er als Nebenkläger im Gerichtssaal. Wie es weiter heißt, habe der Angeklagte ihm aus dem Lauf heraus mit seinem Teleskopschlagstock mit solcher Wucht gezielt auf den Hinterkopf geschlagen, dass der Schlagstock dabei abgeknickt sei. Der Nebenkläger sei mit einer großen Kopfplatzwunde am Hinterkopf zusammengesackt, die mit mehreren Stichen genäht werden musste.

Bei den Auseinandersetzungen im Oktober sollen die Kurden die Muslime für Salafisten gehalten haben, welche die in Syrien an Kurden begangenen Gräueltaten billigten. Nach den Übergriffen war bei den Angehörigen der Glaubensgemeinschaften die Angst umgegangen. Sieben tschetschenische Familien hatten Celle daraufhin kurzzeitig verlassen. Einige Kinder hatten aus Angst vor neuer Gewalt nicht die Schule oder den Kindergarten besucht.

Zur Hauptverhandlung sind ein medizinischer Sachverständiger und zehn Zeugen geladen. Fortsetzungstermine sind auf den 9., 11., 17., 19. und 24. Februar jeweils um 9.30 Uhr im Saal 121 anberaumt.