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Blaulicht Nach Massenschlägerei zwischen Eziden und Muslimen: Celler zahlt Schmerzensgeld
Celle Blaulicht Nach Massenschlägerei zwischen Eziden und Muslimen: Celler zahlt Schmerzensgeld
09:45 10.02.2015
Quelle: Benjamin Westhoff
Celle Stadt

Wie ein weiterer Zeuge gestern vor dem Lüneburger Landgericht schilderte, sei der Tschetschene auf den Tumult zugegangen, als ihm ein Unbekannter auf den Rücken gesprungen sei. Als er dann auf dem Boden gelegen habe, seien andere hinzugekommen und hätten auf den Mann eingetreten. Erst dann habe er den Angeklagten gesehen, wie dieser im Vorbeilaufen einen metallischen Stab gehoben hätte und auf den Kopf des Mannes geschlagen habe. Diese Aussage deckt sich mit den Erkenntnissen der Polizei aus mehreren Videoaufnahmen.

Der angeklagte 31-Jährige aus Celle hatte schon am ersten Prozesstag durch die Erklärung seines Verteidigers eingeräumt, mit einem Teleskop-Schlagstock auf den Kopf des Mannes geschlagen zu haben. „Er habe ihn nicht töten wollen“, sagte der Anwalt. Sein Mandant sei bei dieser Handlung keinem „übergeordneten Motiv“ gefolgt. Damit will der Verteidiger ausschließen, dass der Tat politische und religiöse Motive oder gar Rache und Vergeltung unterstellt werden.

Der Angeklagte ist nicht vorbestraft und beruflich als Logistik-Kaufmann tätig. Der Vorsitzende Richter Thomas Wolter wies darauf hin, dass auch eine Verurteilung für gefährliche Körperverletzung anstatt gefährlicher Körperverletzung in Tateinheit mit versuchtem Totschlag in Frage komme.

Der Angeklagte räumte auch den unerlaubten Waffenbesitz ein. Die Waffe, die bei einer Hausdurchsuchung bei ihm gefunden worden war, sei ihm bei einer zufälligen Begegnung überlassen worden. Genauere Angaben könne er dazu nicht mehr machen, sagte der 31-Jährige.

Für den nächsten Verhandlungstag sollen sich die Prozessbeteiligten auf ihre Anträge vorbereiten. Möglicherweise fällt dann auch schon ein Urteil.

Von Angelica Jansen