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Blaulicht Nach brutaler Attacke auf Benno Eisermann: Anklage gegen Helfer
Celle Blaulicht Nach brutaler Attacke auf Benno Eisermann: Anklage gegen Helfer
18:46 14.07.2014
Von Gunther Meinrenken
AMTSgericht Celle Quelle: Benjamin Westhoff
Celle Stadt

Die Tat hat die Celler Öffentlichkeit geschockt. Bald drei Jahre ist es her, dass dem Vorsitzenden des Dehoga-Kreisverbandes, Benno Eisermann, in seinem Haus in Altencelle der Schädel zertrümmert wurde. Kurt K. soll damals so lange mit einem Baseballschläger auf den Kopf des Celler Gastronomen eingeschlagen haben, bis seine Waffe zerbrach. Das Urteil gegen K. ist mittlerweile rechtskräftig. Für drei Jahre muss er ins Gefängnis, nachdem der Bundesgerichtshof Ende Juni die Revision als unbegründet verworfen hatte. Nun wird wohl auch seinen Helfern der Prozess gemacht.

Lange Zeit standen die Ermittler vor einer Mauer des Schweigens. Nach Zeugenaussagen soll K. nicht allein gewesen sein. Von einem weiteren Auto war immer die Rede, von anderen Männern, die auf das Grundstück Eisermanns vorgedrungen sind und das Haus absicherten, damit ihr Opfer nicht fliehen konnte. "Im Rahmen der Hauptverhandlung in Lüneburg haben wir dann Zeugen benannt, die ausgesagt haben. Daraus haben sich neue Erkenntnisse ergeben, die Hinweise auf die Helfer gaben", berichtet Eisermanns Anwalt Matthias Doehring.

Nach Angaben von Doehring sollen drei Tatverdächtige angeklagt werden. Der Vorwurf: Beihilfe zur gefährlichen Körperverletzung, Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung. Unter diesen Männern soll sich auch der Sohn von K. befinden. "Es wurde auch gegen drei weitere Beschuldigte wegen einer möglichen Mittäterschaft ermittelt. Hier wurde das Verfahren jedoch erst einmal eingestellt", so der Hannoveraner Anwalt.

Doehring verspricht sich von dem Verfahren gegen die möglichen Helfer von K. weitere Erkenntnisse für den Ablauf der Ereignisse in der Tatnacht. "Möglicherweise ergeben sich neue Sachverhalte, die eine Wiederaufnahme des Hauptverfahrens möglich machen", meint Eisermanns Rechtsanwalt. Dann könnte der Prozess gegen K. noch einmal aufgerollt werden. Sollte einer der Helfer "auspacken", so die Hoffnung von Doehring, könnte sich K. eventuell doch noch wegen versuchten Totschlags verantworten müssen.

Lars Janßen, Pressesprecher der Celler Staatsanwaltschaft, bestätigt, dass seine Behörde Anklage gegen drei Männer erhoben hat. "Sie stehen in dem Verdacht, den Haupttäter unterstützt zu haben. Unter anderem durch psychische Beihilfe, durch die Bestärkung im Tatentschluss", sagt Janßen.

Nach Auskunft des Direktor des Amtsgerichts, Günter Busche, prüft die zuständige Richterin derzeit, ob die Vorwürfe für eine Anklage reichen. Dass es zum Prozess kommt, ist relativ wahrscheinlich, wann sich die drei mutmaßlichen Helfer vor Gericht verantworten müssen, steht allerdings noch nicht fest. Fakt ist: Einer der Verdächtigen war zum Tatzeitpunkt noch keine 18 Jahre alt. So fällt er unter das Jugendstrafrecht. Mögliche Konsequenz: Das Verfahren könnte unter Ausschluss der Öffentlickeit stattfinden.