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Blaulicht Nachbarin befreit Neufundländer aus brennendem Wohnhaus in Südwinsen
Celle Blaulicht Nachbarin befreit Neufundländer aus brennendem Wohnhaus in Südwinsen
09:36 20.03.2018
Neufundländer Santi hat nur knapp die Brandkatastrophe in Südwinsen überlebt. Quelle: Christoph Zimmer / privat
Südwinsen

SÜDWINSEN. Ein bislang unbekannter Passant hatte mit dem Werkzeug am Samstagabend zunächst eine Fensterscheibe des bereits lichterloh brennenden Einfamilienhauses am Kirchweg in Südwinsen eingeschlagen. Anschließend griff er mutig durch den Rahmen, um die daneben liegende Haustür von innen zu öffnen und den achtjährigen Neufundländer so aus dem Gebäude zu holen. „Es ist ein Wunder, dass ihm nichts passiert ist“, sagt Hoy.

Eigentlich sollte es ein entspannter Samstagabend werden für Hoy und seine Frau Karin. Gemeinsam verlassen sie das norwegische Holzhaus gegen 17.40 Uhr, um zu einer Feier des Schützenvereins in Thören zu fahren. „Wir wollten nur noch die Suppe in Jeversen abholen“, erinnert sich Ralf-Peter Hoy. Um 18 Uhr klingelt ihr Telefon. Es ist der Anruf, der alles verändert. „Wir konnten es erst gar nicht glauben, als unsere Tochter sagte, dass das Haus brennt.“ Die ersten Gedanken gelten Hund Santi, der zu diesem Zeitpunkt alleine in dem Gebäude ist.

Als das Ehepaar an seinem Haus eintrifft, steht es bereits komplett in Flammen. „Anfangs hatten wir noch gehofft, dass nicht das ganze Haus von dem Feuer betroffen ist. Aber als wir vor Ort waren, war uns schnell klar, dass nichts mehr zu retten ist“, sagt Ralf-Peter Hoy. Dementsprechend erleichtert sind sie Südwinser, als Nachbarin Melanie Rosinsky ihnen vor dem Gebäude entgegen kommt – mit dem gesunden Santi an der Leine. „Zuerst haben wir unseren Augen nicht getraut“, sagt Hoy.

Rosinsky wurde ebenfalls von der Tochter des Ehepaars angerufen. „Als sie mir sagte, dass der Hund noch im Haus ist, bin ich sofort losgelaufen“, berichtet die Nachbarin. Mehrmals rief sie durch die von dem Passanten geöffnete Haustür nach dem Hund, ehe er aus dem verrauchten Flur auf sie zu lief. „Danach ist er mir nicht mehr von der Seite gewichen“, berichtete die Nachbarin. Bis seine Besitzer kamen.

Das Ehepaar hat in den Flammen fast alles verloren. Familienfotos, wichtige Papiere und Unterlagen und andere für sie wertvolle persönliche Erinnerungsstücke. Ein handsigniertes Buch von Helmut Kohl etwa oder ein von Künstler Christo signiertes Foto vom verhüllten Reichstag. „Es schmerzt ungemein, dass all die Dinge jetzt für alle Zeit weg sind.“ Das gilt natürlich auch für das Haus. „Wir sind am 30. August 1996 eingezogen. Das kann ich mir deshalb so gut merken, weil es unser Hochzeitstag ist“, erklärt Ralf-Peter Hoy mit brüchiger Stimme.

Ermittler der Kriminalpolizei sicherten gestern Spuren am Brandort. „Die müssen von unseren Spezialisten jetzt ausgewertet werden“, sagte Birgit Insinger. Hinweise auf Brandstiftung gab es laut der Polizeisprecherin aber bislang nicht. „Wir ermitteln weiter in alle Richtungen.“ Bei dem Brand entstand ein Sachschaden von rund 200.000 Euro. Das Haus ist einsturzgefährdet und nicht bewohnbar.

In dieser schweren Stunde verspürt das Ehepaar aber auch eine große Form der Dankbarkeit. „Die Hilfsbereitschaft ist wirklich riesengroß. Wir möchten uns nicht nur bei den Einsatzkräften, sondern auch bei allen anderen Menschen bedanken, die uns in dieser Situation unterstützen“, sagt Ralf-Peter Hoy. „Wir brauchen ja alles neu, angefangen bei der Zahnbürste.“

Gemeinsam mit Hund Santi wohnt das Ehepaar seit der Brandnacht in einem nahe gelegenen Hotel, deren Besitzerin nicht genannt werden möchte. Von dort aus wird auch die Hilfe für die Familie organisiert. „Wir wollen einfach danke sagen. In so einem Moment merkt man, wie wichtig Familie und Freunde sind“, sagt Ralf-Peter Hoy.

Auf den Winsener Sonntagsbrötchenservice, mit dem die Hoys am Wochenende zahlreiche Familien in Winsen und Umgebung versorgen, müssen ihre Kunden vorerst verzichten. „Wir hoffen, dass wir nach Ostern wieder liefern können“, sagt Ralf-Peter Hoy. Für ihn und seine Frau wäre das „nach dem schweren Schlag wieder ein Schritt zurück in den Alltag“.

Von Nadya Sevik und Christoph Zimmer

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