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Blaulicht "Nichts läuft in der JVA Celle ohne Antrag"
Celle Blaulicht "Nichts läuft in der JVA Celle ohne Antrag"
16:32 08.09.2016
Sicherheitsbeauftragter Jörn Luttermann arbeitet mit Drogenspürhund Carlos zusammen, der seit sechs Jahren im JVA-Dienst ist. Quelle: Dagny Rößler
Celle Stadt

NEUENHÄUSEN. So war der Tagesablauf der 220 Inhaftierten ungewöhlich, denn sie mussten sich den Nachmittag lang in ihren Zellen aufhalten und beschäftigen. In seiner Ansprache gab Papies ein paar Eindrücke der Häftlinge wieder, die ihr fremd bestimmtes Leben umschrieben. So gibt es eine Arbeitspflicht für Strafgefangene, im Jahr erwirtschaftet die JVA einen Jahresumsatz von 1,6 Millionen Euro. Zweimal im Jahr wird mit den Insassen ein Vollzugsplan erstellt. "Nichts läuft ohne Antrag", betonte Papies. Missgunst, Neider und falsche Anschuldigungen gehörten auch zu einer realistischen Darstellung des Alltags.

Sicherheitsbeauftragter Jörn Luttermann arbeitet seit sechs Jahren mit Drogenspürhund Carlos zusammen. Mit dem acht Jahre alten Schäferhund kontrolliert er täglich die Korridore und erschnüffelt alle gängigen Rauschmittel. Meistens finde er bei den Gefangenen "Drogen, die irgendwie ruhigstellen", wie Luttermann sagt.

Alle 14 Tage werden die Strafgefangenen zusätzlich zu ihrer Vollverpflegung mit Lebensmitteln beliefert. "Auf ihrer Einkaufsliste darf keinerlei Alkohol stehen", erzählte JVA-Sprecherin Linda Holexa. Über den Versandhandel können sich die Inhaftierten technische Geräte bestellen. Jedoch nicht ohne vorherigen Antrag, damit die Bediensteten nachvollziehen können, ob der Häftling nicht schon zwei Geräte hat. Ein paar Minuten im Internet surfen, ist in der JVA verboten. Es gibt zwar einen Computer-Raum, doch dort ist Wikipedia nur in einer bestimmten Version abrufbar.

Von Dagny Rößler