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Blaulicht Notfallserie: In Aller und Fuhse nie gegen die Strömung schwimmen
Celle Blaulicht Notfallserie: In Aller und Fuhse nie gegen die Strömung schwimmen
20:39 13.03.2015
Sicher durch die Badesaison mit der DLRG Quelle: Peter Müller (Archiv)
Celle Stadt

Strömende Gewässer und die enorme Kraft des Wassers dürfen von einem Schwimmer nie unterschätzt werden. Wer in Aller oder Fuhse in Not gerät, sollte nicht gegen und nicht quer zum Strom schwimmen. "Lassen Sie sich mit der Strömung schräg zum Ufer treiben", rät Mathias Dannenberg von der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft Celle. Das ist zwar meist ein weiterer, aber ein sicherer und kraftsparender Weg, sagt der Pressesprecher.

Wer sich in Wasserpflanzen verheddert, sollte versuchen, Ruhe und Überblick zu bewahren. "Statt wild zu strampeln, sollten sie lieber versuchen, die Pflanzen gezielt zu packen und vom Fuß abzustreifen", so Dannenberg. Das spare Kraft.

Bei Wassersport im Boot sollten alle Insassen grundsätzlich Rettungswesten tragen. Kentert ein Motorboot oder fängt es an zu brennen, "sollte man das Boot Boot sein lassen und seitlich mit dem Strom ans Ufer schwimmen", erklärt Dannenberg.

Wer sich einmal in Baggerseen und Kieskuhlen überschätzt und zu weit hinausschwimmt, sollte andere durch Winken mit den Armen darauf aufmerksam machen, dass etwas nicht stimmt. Sind andere informiert, dürfe man nicht panisch um sich schlagen. "Die Rückenlage ist die deutlich entspanntere Lage", sagt Dannenberg. So kriegt man immer genug Luft, wenn man nach oben schaut, und könne Kraft sparen, indem man höchstens die Beine bewegt. Die Bauchlage mit gegrätschten Beinen empfiehlt sich nur, wenn es viele Wellen gibt.

Kürzlich rollte in Winsen ein Auto mit einem Kleinkind ins Hafenbecken. In solch einem Fall sollte man versuchen, die Fenster oder das Schiebedach aufzumachen und mit dem Kopf voran hindurch zu flüchten. Die Autoelektrik funktioniere auch im Wasser meistens noch, erklärt Dannenberg. Er empfiehlt auch, einen Hammer im Auto zu haben, damit man schnell das Fenster einschlagen kann.

Man sollte jedoch nicht versuchen, die Tür zu öffnen, wegen des hohen Wasserdrucks. Außerdem dringt dadurch das Wasser so schnell ein, dass Passagieren auf dem Rücksitz kaum mehr eine Chance bleibt, heißt es auf der Internetseite der DLRG. Sollten zwei Personen vorne sitzen, steigen sie am besten gleichzeitig durch die beiden vorderen Fenster aus. Meist schwimmt das Fahrzeug zunächst aufrecht und beginnt langsam zu sinken. Einige wenige Minuten kann das Fahrzeug an der Wasseroberfläche bleiben. Im Fahrzeuginneren bildet sich nur eine kaum nutzbare Luftblase. Die restliche Luft sammelt sich oftmals im Kofferraum und ist den Insassen nicht hilfreich. Je nach Konstruktion kann es auch passieren, dass der Wasserdruck das Dach eindrückt.

Die allgemeinen Baderegeln gilt es immer zu beachten, so Dannenberg. Weil man zum Beispiel nie weiß, wie der Untergrund beschaffen ist, darf man nie in fremde Gewässer springen. In Badeseen sind vor allem auch die unterschiedlichen Wasserschichten gefährlich. "Es kann sein, dass das Wasser an der Oberfläche mollig warm ist und plötzlich eine eiskalte Wasserschicht kommt." Dabei kann es zum Schock kommen, bei dem man sich nicht mehr bewegen kann.

Selbst wenn man gerettet ist, bestehe noch 24 Stunden nach dem Wasserunfall durch Feuchtigkeit in der Lunge die Möglichkeit eines verspäteten Ertrinkungstodes. Deswegen müsse auch bei kleineren Badeunfällen immer der Rettungsdienst gerufen werden. Alle Baderegeln gibt es zum Nachlesen unter: http://www.dlrg.de/informieren/regeln/baderegeln.html

Von Dagny Rößler