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Blaulicht Online-Händler behält verkaufte Waren: Geldstrafe
Celle Blaulicht Online-Händler behält verkaufte Waren: Geldstrafe
12:08 04.02.2014
Celle

3600 Euro muss der 41 Jahre alte Angeklagte an die Staatskasse zahlen, weil er im März 2013 auf der Online-Plattform eBay Waren verkauft und behalten hatte. „Ich habe doch nie jemanden schädigen wollen“, gab der Angeklagte zu Protokoll. Gemäß Tatvorwurf hatte der Gastronom innerhalb von drei Tagen zwei Artikel erfolgreich zum Kauf angeboten.

Trotz prompter Überweisung von 76 Euro für eine Kaffeemaschine und 321 Euro für ein Notebook hatten die jeweiligen Kunden vergeblich auf die Auslieferung gewartet und Strafanzeige erstattet. Bedeutend für die Beweisaufnahme in dem Prozess war für die Justiziare auch die Frage, ob der Angeklagte sich aus den vorgeworfenen Betrügereien eine laufende Einnahmequelle verschaffen wollte. Er erklärte den Verfahrensbeteiligten, dass er derartige Handlungen überhaupt nicht nötig habe. Im Rahmen der Zusammenlegung zweier Haushalte hätten er und seine Freundin nämlich damals vieles doppelt besessen und daher verkaufen wollen.

Dass er die Artikel behalten habe, sei auf unglückliche Umstände zurückzuführen, behauptete er. Demnach seien ihm bei dem Notebook erst nach Auktionsende Mängel aufgefallen, weswegen er es nicht verschickt habe. Im Fall des Kaffeeautomaten habe er keine Kaufbestätigung erhalten und ihn deshalb anderweitig verkauft. Die zu unrecht einbehaltenen Geldüberweisungen habe er aber längst rückabgewickelt, so der mehrfach wegen „Versandschwierigkeiten“ vorbestrafte Online-Händler. Sein Strafverteidiger beantragte eine Verwarnung mit Strafvorbehalt, während die Staatsanwältin auf elf Monate Haft mit kombinierter Geldauflage plädierte.

Die verhängte Geldstrafe sei eine Ausnahme, so die Richterin. Durch Aufnahme einer neuen Tätigkeit habe der Angeklagte nämlich gute Berufsaussichten.

Von CZ