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Blaulicht Parkplatzbesitzer zu Geldstrafe verurteilt
Celle Blaulicht Parkplatzbesitzer zu Geldstrafe verurteilt
20:38 17.02.2014
Von Christopher Menge
Celle Stadt

Im Dezember 2012 waren innerhalb einer Woche zwei Autos gegen eine Standsäule auf dem Parkplatz gefahren. Der Angeklagte ließ an beide Verursacher den gleichen Kostenvoranschlag schicken. Demnach sollte die gesamte Säule ausgetauscht werden. Der Angeklagte gab an, dass er gedacht habe, beide Unfallverursacher seien in der gleichen Versicherung, so dass von dieser der Gesamtschaden reguliert werde. Dieses aber nahm ihm das Gericht nicht ab. „Der Angeklagte ist kaufmännisch zu erfahren“, sagte die Richterin in der Urteilsbegründung.

Und auch die Sekretärin des Geschäftsmannes wurde verurteilt, auch wenn sie selbst ihre Unschuld beteuert hatte. „Wenn ich auch nur geahnt hätte, dass etwas nicht stimmt, hätte ich die Schreiben nicht herausgeschickt“, sagte sie. Doch sie folgte den Anweisungen ihres Chefs und bekam dafür nun eine Geldstrafe von 20 Tagessätzen à 35 Euro – also 700 Euro – aufgebrummt. Als Buchhalterin hätte ihr nach Meinung des Gerichts auffallen müssen, dass nicht beide Unfallverursacher für den gesamten Schaden aufkommen müssten.

Strafmildernd wurde bei beiden Angeklagten berücksichtigt, dass sie nicht vorbestraft sind und dass es beim Betrugsversuch blieb. Denn beide Versicherungen haben bis heute nichts bezahlt. Der Rechtsanwalt des Geschäftsmannes betonte in seinem Plädoyer, in dem er einen Freispruch forderte, zudem, dass ein unabhängiges Gutachten bestätige, dass die Höhe der angegeben Kosten zutreffend sei. Darüber aber hatte die Richterin nicht zu entscheiden.

Zivilrechtlich ist der Fall damit noch lange nicht ausgestanden. Schließlich ist dem Angeklagten ein Schaden entstanden, der reguliert werden muss – aber nur einmal. (me)