Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Blaulicht Polizei Celle nimmt Radfahrer ins Visier
Celle Blaulicht Polizei Celle nimmt Radfahrer ins Visier
16:40 24.03.2017
Von Christopher Menge
Quelle: Susanne Harbott
Celle Stadt

Unter den Verkehrstoten waren im vergangenen Jahr vier Fußgänger und ein Radfahrer – Personen, die wie Kinder besonders gefährdet sind. „Insgesamt 286 Radfahrer waren an Unfällen beteiligt“, sagte Rodenwaldt, 78 Prozent von ihnen wurden verletzt. „Bei den Fußgängern waren es sogar 86,11 Prozent, von den 114 an Unfällen beteiligten Kindern wurden 86,67 Prozent verletzt", so Rodenwaldt. Im Vergleich zu den Vorjahren sind diese Zahlen zwar nicht besonders auffällig, aber die Polizei Celle will in den kommenden Monaten das Verhalten der Fahrradfahrer besonders ins Visier nehmen.

Polizeichef Eckart Pfeiffer betonte, dass die Fahrweise der Radler insbesondere im Bereich der Stadt Celle ein Problem sei. Als Beispiele nannte er das Verhalten an Kreiseln oder Zebrastreifen. Karsten Wiechmann, der ab dem 1. April den Job des Verkehrssicherheitsberaters übernimmt, soll sich dem Thema annehmen. Schließlich haben Unfälle von Fahrradfahrern oft schwere Verletzungen zur Folge.

Seine Kollegen wird noch ein anderes Thema beschäftigen – die vielen Wildunfälle im Landkreis. 1044 gab es im vergangenen Jahr – jeder vierte Unfall ist somit ein Zusammenstoß mit einem Wild. Ob die blauen Reflektoren hier langfristig helfen, konnte Rodenwaldt nicht sagen. „Eine Aussage wäre verfrüht, aber wir haben in den Bereichen, wo die Reflektoren angebracht worden sind, zumindest keine Steigerungen.“ An anderen Straßen sieht das anders aus. Insgesamt gab es im vergangenen Jahr 180 Wildunfälle mehr als 2015.

Pfeiffer wies zudem auf die Hauptunfallursachen hin. „Abstand und Vorfahrt kommen noch vor Geschwindigkeit“, sagte der Polizeichef. Neben der Verkehrsüberwachung setze die Polizei auch auf die Gestaltung des Verkehrsraums, um die Sicherheit zu erhöhen. Auf den Kreis-, Landes- und Bundesstraßen sind derzeit etwa 40 Kilometer Schutzplanken verbaut. „Dank dieser haben wir bei den Baumunfällen eine positive Entwicklung“, sagte Pfeiffer, der in diesem Zusammenhang die „segensreiche Arbeit der Unfallkommission“ lobte. Aber: Auch 2016 gab es 108 Baumunfälle, bei denen 35 Menschen leicht und 26 schwer verletzt wurden. 2 Verkehrsteilnehmer starben.

Das Thema wird die Polizei Celle daher weiterhin beschäftigen – genauso wie die Unfallfluchten. 942 gab es im vergangenen Jahr und damit 30 mehr als 2015. Immerhin: 43,63 Prozent der Taten werden aufgeklärt. „Damit liegen wir ein Prozent über den Landesdurchschnitt“, sagte Rodenwaldt. „Unfallfluchten sind kein Kavaliersdelikt.“ Daher heißt es in der „Rummss“-Kampagne auch „Lassen Sie aus einem Missgeschick keine Straftat werden. Bleiben sie lieber fair – wählen sie 110.“