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Blaulicht Polizist: "Celler müssen die Sichtweise des Täters einnehmen"
Celle Blaulicht Polizist: "Celler müssen die Sichtweise des Täters einnehmen"
17:26 25.05.2018
Von Dagny Siebke
Quelle: Dagny Siebke
Celle Stadt

Innerhalb von Sekunden hat der Einbrecher das Fenster mit einem Schraubendreher aufgehebelt. Er stürzt sich auf die Tasche, die auf der Anrichte steht und packt diese im Wohnzimmer aus. Doch dann wird er von den Bewohnern des Hauses gestört. Mit dem Portemonnaie flüchtet er unerkannt in die Nacht.

"Die Jalousie war nicht unten, das war der Fehler", sagt Gabriele Vollmer (Name geändert) heute. Damit Einbrecher bei Familie Vollmer nicht wieder so leichtes Spiel haben, lässt sich die Eigentümerin von Christian Riebandt kostenlos beraten. Er ist bei der Polizeiinspektion Celle Beauftragter für Kriminalprävention. Doch bevor Riebandt technisch ins Detail geht, spricht er Vollmer auf ihr "Türöffnungsverhalten" an. "Sie haben gar nicht nach meinem Dienstausweis gefragt. Woher wissen Sie, dass ich Herr Riebandt bin?," hakt der Experte nach. Um falsche Mitarbeiter auf Distanz zu halten, empfiehlt er Türspaltsperren. Häufig kundschaften Trickbetrüger Senioren über das Telefonbuch aus und kündigen ihren Besuch sogar am Telefon an.

"Sie müssen immer die Sichtweise des Täters einnehmen", betont Riebandt. Wenn es klingelt, rät der Polizist dazu, unbedingt die Tür zu öffnen oder ans Telefon zu gehen. Denn sonst entstehe der Eindruck, dass die Bewohner des Hauses nicht da sind. Der Experte weiß: "Heutzutage kommen die Täter tagsüber." Gerade in Nachbarschaften mit vielen jungen Familien seien die meisten Nachbarn arbeiten – dann helfe auch eine Alarmanlage nicht. Herumstehende Leitern und Mülltonnen seien eine willkommene Aufstiegshilfe für Einbrecher. Gitter vor den Kellerfenstern halten die Täter zumindest etwas auf.

Beim der Einbruchsprävention ist die Widerstandszeitwert ausschlaggebend. "Die Pilzkopfverriegelung ist das Non-Plus-Ultra", sagt Riebandt. Sie koste rund 250 Euro pro Fenster und entspreche der RC-II-Norm. Demnach benötige der Einbrecher drei Minuten länger, um ins Haus zu kommen. "Je länger der Einbrecher braucht, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass er es woanders probiert", erklärt der Experte. Denn absolute Sicherheit gebe es nicht.

An der Terrassentür entdeckt Riebandt zwei Pilzkopfverriegelungen. "Wir empfehlen jedoch zwölf", so Riebandt. Denn, wenn es an einer Seite der Tür nicht klappt, versuchen es die Einbrecher an anderen Stellen. Helfen könnte auch ein Stangenschloss.

Für den Einbruchsschutz gibt es eine staatliche Förderung. Die KfW bietet beim Umbau einen Zuschuss von bis zu 1600 Euro. Die Polizei hat eine Liste mit Fachfirmen, die diese Arbeiten anbieten. Wer wenig Geld hat, kann zumindest damit beginnen, Licht im Haus über eine Zeitschaltuhr anzustellen. "Um die Anwesenheit zu simulieren", erklärt Riebandt.

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