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Blaulicht Pony in Westercelle sexuell missbraucht / Vereinsmitglieder schockiert
Celle Blaulicht Pony in Westercelle sexuell missbraucht / Vereinsmitglieder schockiert
17:20 25.02.2014
Von Christoph Zimmer
Pflegerin Aileen Kuschmann fand das schwer verletzte Pony Mira - am Montagmorgen in der abgeschlossenen Pferdebox. Quelle: Alex Sorokin
Westercelle

Ein Tierquäler hat in Westercelle am vergangenen Wochenende ein neun Jahre altes Pony sexuell missbraucht und dabei schwer verletzt. Wie die Polizei am Dienstag mitteilte, führte der Unbekannte dem Reitpony in einer geschlossenen Pferdebox auf dem Gelände des Reit- und Fahrvereins (RuF) Westercelle in der Hannoverschen Straße einen bislang unbekannten Gegenstand in die Scheide ein.

Aileen Kuschmann fand das schwer verletzte Pony am Montagmorgen. „Ich wollte sie aus der Box holen und in den Freilauf bringen“, sagte die 20 Jahre alte Pferdepflegerin. Normalerweise gucke Mira, so heißt das Pony, bei der Begrüßung fröhlich aus der Box. „Aber sie stand apathisch in der Ecke und hat am Bein geblutet.“ Kuschmann alarmierte sofort den Tierarzt. Der stellte die schweren Verletzungen und die starken Schwellungen an der Scheide des Ponys fest. „Ich kann mir gar nicht vorstellen, warum man so etwas macht.“

Diese Frage hat sich auch Marion Steinhoff schon mehrmals gestellt. „Das war ein fürchterlicher Anblick“, sagte die stellvertretende Vorsitzende des RuF Westercelle, „so etwas habe ich noch nie gesehen.“

Mira geht es inzwischen wieder besser. „Die großen Wunden heilen schnell“, sagt Steinhoff. Wegen der starken Schmerzen könne das Pony aber noch nicht laufen. Vom Tierarzt kriegt sie Schmerzspritzen und Entzündungshemmer. Außerdem trägt sie eine Schweifbandage. „Damit kein Schmutz in die Wunde kommt“, sagt Steinhoff.

Die körperlichen und seelischen Folgen sind nicht absehbar. „Wir wissen nicht, ob wir sie noch einmal in die Zucht geben können“, sagt Steinhoff. Mira hat bereits zwei Fohlen zur Welt gebracht. Unklar ist auch, ob sie weiter als Schulpony eingesetzt werden kann.

Auf dem Gelände des Reitvereins sollen weitere Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden. „Die Ponys sind nur noch tagsüber auf dem Gelände“, sagt Steinhoff. Außerdem sollen zusätzliche Überwachungskameras angebracht werden. „Wir werden alles dafür tun, dass sich das nicht wiederholt.“

Im Landkreis waren in der Vergangenheit immer wieder Pferde von Unbekannten attackiert worden. Im Mai 2012 etwa starb ein Wallach nach einem Angriff mit einer Waffe. Im November 2012 gab es den bisher einzigen Fall von sexuellem Missbrauch an einem Pferd.

Nach dem neuen Tierschutzgesetz werden sexuelle Handlungen mit Tieren als eine Ordnungswidrigkeit mit einem Bußgeld von bis zu 25.000 Euro geahndet. Handelt es sich um eine Straftat, droht eine Haftstrafe von bis zu drei Jahren.

Hinweise zu der grausamen Bluttat in Westercelle, die sich zwischen Sonntagnachmittag 17.30 Uhr und Montagmorgen 9.30 Uhr ereignete, nimmt die Polizei unter☏ (05141) 277215 oder 277430 entgegen.