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Blaulicht Prozessauftakt: Mann soll Stieftochter mit Flasche angegriffen haben
Celle Blaulicht Prozessauftakt: Mann soll Stieftochter mit Flasche angegriffen haben
18:01 14.01.2014
Lüneburg

Seit Monaten hatten die Stieftochter und ihre Mutter, die geschiedene Frau des Mannes, der als selbstständiger Masseur gearbeitet hatte, Angst vor ihm. Nach einem Unfall 2007 habe er sich verändert, heißt es. Er musste seinen Beruf und sein Geschäft aufgeben und seine beiden Häuser verkaufen, berichtet der Angeklagte und versucht zu erklären, warum er nicht damit einverstanden gewesen sei, wie der Erlös des Hausverkaufs zwischen ihm und seiner geschiedenen Frau aufgeteilt worden war.

Deshalb sei er in das Geschäft gegangen, weil er Geld von seiner Stieftochter wollte. Doch diese flüchtete, „nachdem er einmal versucht hatte, ihr die Flasche über den Kopf zu schlagen“, wie sie vor Gericht erklärt. Ihre Flucht ging erst in einen benachbarten Laden und dann in die obere Etage des Geschäftshauses und schließlich raus auf die Straße, bis ein Kunde den Mann stoppte.

So ein auffälliges Verhalten zeigt er erst, seit er nach seinem Unfall vom Soltauer Krankenhaus zurückkam, berichtet ein langjähriger Freund, der den Mann schon 40 Jahre kennt und zum Prozess gekommen war, „weil ihm außer mir keine Freunde mehr geblieben sind.“ Am Mittwoch wird der Prozess fortgesetzt mit einem Gutachten zu dem hirnorganischen Psychosyndrom, das als Folge eines Schädelhirntraumas nach ersten Untersuchungen vorliegt. Wegen einer damit einhergehenden fortschreitenden Demenz-Erkrankung ist nicht auszuschließen, dass die Steuerungsfähigkeit des Angeklagten bei der Tat erheblich eingeschränkt war.

Von aja