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Blaulicht Scharfe Waffe nach Hausdurchsuchung in Nienhagen verschwunden
Celle Blaulicht Scharfe Waffe nach Hausdurchsuchung in Nienhagen verschwunden
21:40 22.08.2017
Von Simon Ziegler
Quelle: Oliver Knoblich
Nienhagen

Für die Waffenbehörde ist es ein unangenehmer Vorgang. „Das ist nicht das gewünschte Ergebnis einer Sicherstellung“, sagte Kreis-Ordnungsamtsleiter Jochen Decker. „Aktuell wird mit höchster Priorität eine umfassende Aufklärung der Abläufe gemeinsam mit der Polizei vorgenommen. Wir werden alles unternehmen, um die Waffe zu finden“, so Decker. Einen vergleichbaren Fall habe es im Kreis Celle noch nie gegeben.

Am vergangenen Mittwoch war das Haus eines Mannes, der legal Waffen besitzt, an der Dorfstraße in Nienhagen mit etlichen Polizisten durchsucht worden. Weil Luftgewehre nicht so verwahrt worden waren, dass ausgeschlossen werden konnte, dass sie in die Hände von Unbefugten gelangen könnten, hatte man sich vor Ort entschlossen, alle 23 Lang- und eine Kurzwaffe mitzunehmen – obwohl die scharfen Waffen ordnungsgemäß verwahrt waren.

Das Gebäude war eigentlich aus einem anderen Grund durchsucht worden. Es besteht der Verdacht des Diebstahls in zwei Fällen. Die Celler Staatsanwaltschaft wirft dem Mann vor, im April aus einer Lagerhalle einen Hochdruckschlauch entwendet zu haben. Im Juni soll er zudem drei Feldsteine, eine Teigknetmaschine, zwei Regale sowie eine Brechstange aus einem Gebäude in Nienhagen unberechtigt an sich genommen haben.

Weil bekannt war, dass es sich um einen Waffenbesitzer handelt, waren Vertreter der Waffenbehörde bei der Durchsuchung dabei. Nach Angaben von Ordnungsamtsleiter Decker wurde der Vorgang dokumentiert, als die Waffen aus dem Waffenschrank in ein Auto getragen wurden. Anschließend wurden sie nach Celle transportiert. Doch in der Waffenkammer des Landkreises fehlte dann ein Jagdgewehr. Eine Erklärung hat der Ordnungsamtsleiter dafür nicht.

Möglicherweise fiel der Fehler zunächst nicht auf, weil die „richtige“ Anzahl an Waffen in Celle ankam. Statt des fehlenden Jagdgewehrs war ein Luftgewehr „zu viel“ im Kofferraum, als die Waffen beim Waffenkeller des Landkreises erneut dokumentiert wurden. Irgendjemand könnte also die Waffen ausgetauscht haben. Wer das war, wann genau das passiert ist und vor allem wie das geschehen konnte, ist derzeit völlig unklar.

Seitens der Polizei hieß es lediglich, dass „wir bei dem Einsatz Amts- und Vollzugshilfe geleistet haben“, wie Polizeisprecherin Anne Hasselmann sagte. Für die Identifizierung und den Transport der Waffen sei der Landkreis Celle zuständig gewesen.

„Der ganze Vorgang ist für mich unerklärlich“, sagte der 51-jährige Waffenbesitzer der CZ. „Zig Polizisten haben beim Tragen der Waffen geholfen. Das Ganze wurde mit Video- und Fotokameras dokumentiert wie ein Fußballeinsatz“, so der Jäger. Er werde Schadenersatzansprüche geltend machen, sollte die Waffe nicht wieder auftauchen. Nach seinen Worten habe das Gewehr samt Zielfernrohr einen Wert von bis zu 2000 Euro. Der Landkreis dagegen sprach von einem Wert im „niedrigen dreistelligen Bereich“.