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Blaulicht Serien-Einbrecher erhält fünf Monate Haft auf Bewährung
Celle Blaulicht Serien-Einbrecher erhält fünf Monate Haft auf Bewährung
16:48 28.01.2014
Celle Stadt

Den Ausführungen des Angeklagten zufolge lag den Taten eine schwere Lebenskrise, kombiniert mit Depressionen und jahrelanger Drogenabhängigkeit zugrunde. Nach zahlreichen Klinikaufenthalten und mehrjähriger Abstinenz sei er aufgrund einer geplatzten Hochzeit rückfällig geworden und habe Selbstmordabsichten gehabt, schilderte der gebürtige Westfale. Da er zur Beschaffung von Rauschmitteln Geld benötigte, habe er sich Anfang August das erste Mal zu einem der benachbart gelegenen, leer stehenden Wohnhäusern begeben und mit Blick durch die verschlossenen Fenster nach Stehlenswertem gesucht. Da sich mitunter lose Kupferrohre im Innern befanden, habe er den Entschluss gefasst, mit dem Fahrrad wiederzukommen und einzubrechen.

Nach Konsum eines Dropgenlcocktails zur Überwindung von Ängsten habe sich der Angeklagte Anfang August insgesamt drei Mal unrechtmäßig Zugang zu den baugleichen Gebäuden verschafft. Während er in einem Fall durch ein unverschlossenes Fenster geschlüpft sei, habe er in zwei weiteren Fällen Werkzeug bei sich gehabt, schilderte der mehrfach Vorbestrafte. Die erbeuteten Metallleitungen und Kupferrohre habe er zusammengefaltet, um sie für seinen Fahrradkorb transportabel zu machen. Anschließend hatte er die Sachen jeweils an Schrotthändler verkauft und war aufgrund der Häufigkeit verhaftet worden.

Vor Gericht sprach sich der Beklagtenvertreter für eine verminderte Schuldfähigkeit aus. Sein Mandant habe psychisch "komplett neben sich" gestanden und keine Handlungsalternativen gehabt, sagte er. Aufgrund von schweren traumatischen Erfahrungen in Kindheit und Jugend des Angeklagten, wie zum Beispiel durch den Vater verübte Scheinhinrichtungen mit einer Axt, seien selbst Ärzte beim Angeklagten nicht weitergekommen, hieß es. Ein psychiatrisches Gutachten gab Aufschluss über die Frage nach der Schuldfähigkeit des Angeklagten. Dieser leide zwar unter einer diagnostizierten seelisch-depressiven Erkrankung mit schwerer Drogenabhängigkeit. Jedoch seien die durchdacht und geschickt verübten Taten ohne Antriebs-, Orientierungs- und Wahrnehmungsmängel verübt worden. (pra)

Von Anke Prause