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Blaulicht Strafarbeit für Celler nach Reizgasattacke
Celle Blaulicht Strafarbeit für Celler nach Reizgasattacke
18:13 03.02.2015
Celle Stadt

Nach Verurteilung am Celler Amtsgericht wegen gefährlicher Körperverletzung zweier Jugendlicher mit Pfefferspray muss er innerhalb von drei Monaten achtzig Stunden Strafarbeit ableisten und die Prozesskosten tragen. Falls er die Arbeitsauflage nicht erfüllt, drohen vier Wochen Dauerarrest, ermahnte ihn der Jugendrichter. Zwar handele es sich um eine jugendtypische Verfehlung, jedoch habe es keinen Grund für den Einsatz von Reizgas gegeben, sagte der Vorsitzende zum ehemaligen Besucher einer Hochbegabten-Schule.

Der Angeklagte gab zu Protokoll, damals nach Alkoholgenuss mit Freunden plötzlich Komplikationen wahrgenommen zu haben. Zufällig sei er auf der Toilette einer Gaststätte Zielscheibe eines alkoholisierten Dritten geworden, der sich übergeben musste. Den Betrunkenen habe er aufgefordert, sein Hosenbein zu reinigen. Als dieser der wiederholten Aufforderung nicht nachkam, habe es außerhalb des Lokals eine Diskussion gegeben, so der Angeklagte. In deren Verlauf habe er rumgefuchtelt und dem späteren Geschädigten versehentlich einen Tabakbeutel aus der Hand geschlagen. Als sich plötzlich mehrere von dessen Freunden mit erhobenen Armen auf ihn zu bewegten, habe er wohl wegen eines Filmrisses Signale fehlgedeutet. Aus Angst vor Schlägen habe er die Spraydose hervorgeholt und in die Menge gesprüht.

Dass der strafrechtlich Vorbelastete damals mit Rufen wie „kommt doch her“ selbst Provokateur gewesen war, wurde ihm nicht nur vom Staatsanwalt vor Augen gehalten. Mehrere Zeugen hatten nämlich dokumentiert, dass er aus Frust einige Freunde zu einer Massenschlägerei motiviert habe, ehe er zum Reizgas gegriffen habe. Jetzt gab der Heranwachsende als Ziel zu Protokoll, sich dank ambulanter Gesprächssitzungen künftig selbst unter Kontrolle zu bringen.

Von Anke Prause