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Blaulicht Suche nach Mandy Müller: Polizei öffnet Betonboden in Celle
Celle Blaulicht Suche nach Mandy Müller: Polizei öffnet Betonboden in Celle
16:14 20.10.2017
Von Christopher Menge
Von Mandy Müller fehlt seit neun Jahren jede Spur.Sie verschwand in Celle.
Celle-Landkreis

Ein Georadargerät zeigte Veränderungen im Betonboden an, ein Leichenspürhund schlug bei einer Probebohrung an – doch der Leichnam von Mandy Müller wurde wieder nicht gefunden. Die Polizei hat am Dienstag und gestern eine Garage an der Birkenstraße in Celle durchsucht. Auf dem Grundstück hatten sich die Vermisste und ihr damaliger Freund zum Zeitpunkt ihres Verschwindens am 13. September 2008 aufgehalten.

„Die nach der Öffnung des Betonbodens erfolgten Untersuchungen führten nicht zum Auffinden von Spuren oder dem Leichnam von Mandy Müller“, sagte Oberstaatsanwalt Lars Janßen. „Aufgrund neuer Hinweise und einer Neubewertung der bisherigen Erkenntnisse hatte sich der Verdacht ergeben, dass sich der Leichnam von Mandy Müller beziehungsweise ihre sterblichen Überreste unter der Betonplatte der Garage befinden.“ Doch dem war nicht so – die Suche der Mordkommission der Polizei Nienburg geht also weiter.

Was wir wissen

Vor neun Jahren: Die damals 18-jährige Mandy Müller fährt am 13. September 2008 mit ihrem damaligen Freund von ihrem Wohnort Nienburg nach Celle.

Letztes Lebenszeichen: Um 20.18 Uhr telefoniert sie das letzte Mal mit ihrer Mutter.

Boden aufgestemmt: Im Oktober 2009 durchsucht die Polizei das Haus des ehemaligen Freundes an der Birkenstraße in Celle, sogar der Betonboden des Kellers wird aufgerissen. Gefunden wird nichts.

Letzte Handyortung: Im Februar und April 2010 durchsucht die Polizei ein Waldstück zwischen Wittekop und Adelheidsdorf. Bekannt wird das allerdings erst bei einer CZ-Recherche im Jahr 2016. Die Staatsanwaltschaft Celle bestätigt dabei auch, dass die Handys von Mandy und von ihrem damaligen Freund letztmalig im Antennenbereich Adelheidsdorf geortet wurden. Von hier wurde am 14. September 2008 um 3.27 Uhr die letzte SMS von Mandys Handy verschickt.

Grab geöffnet: Am 12. September 2017 öffnet die Polizei ein Grab in Fummelse/Wolfenbüttel. Dort ist der Großvater des damaligen Freundes bestattet. Er wurde 2009 von einem Celler Friedhof umgebettet. Die Polizei findet weder Mandys Leiche noch neue Spuren.

Garage durchsucht: Am 19. und 20. September 2017 öffnet die Polizei den Betonboden der Garage auf dem Grundstück an der Celler Birkenstraße. Gefunden wird nichts.

Was wir nicht wissen

Ex-Freund im Visier: Unklar ist, ob der damalige Freund etwas mit dem Verschwinden zu tun hat. Er bestreitet das. 2011 wurden die Ermittlungen gegen ihn eingestellt. Inzwischen hat die Mordkommission Mandy ihre Arbeit wieder aufgenommen. Die Suchaktionen in Wolfenbüttel und Celle lassen darauf schließen, dass der Ex-Freund wieder im Visier der Ermittler ist.

Mordkommission ermittelt wieder: Zwischen 2011 und 2017 galt Mandy Müller offiziell „nur“ als vermisst. Inzwischen wird wieder von einer Straftat ausgegangen. Es wird vermutet, dass Mandy Müller nicht mehr lebt, 100 Prozent sicher ist das aber nicht.

Was gibt es für Vermutungen?

Stimme gehört? Nach Aussage eines Privatermittlers hat ein Pizzabote um 21.30 Uhr Essen in das Haus des damaligen Freundes an der Celler Birkenstraße geliefert. Er meint eine Stimme gehört zu haben, möglicherweise die von Mandy.

Im Loch verscharrt? Im Frühjahr 2016 meldet sich ein Mann bei der CZ. Er berichtet, dass das Waldstück zwischen Wittekop und Adelheidsdorf im Jahr 2010 von der Polizei nicht gründlich durchsucht worden sei. Er vermutet, dass Mandys Leiche in einem zugeschütteten Loch, das 2007 für Bodenproben gegraben wurde, liegen könnte. Die Polizei sieht keine Veranlassung hier noch einmal zu graben.

Hellseher kennt Ort? Im Mai 2017 schaltet Mandys Cousin Thomas Krüger den Hellseher Michael Schneider ein. Er ist sich sicher, dass die Leiche von Mandy Müller in einem Waldstück zwischen Winsen, Oldau und Wietze liegt. Er nennt eine konkrete Stelle. Die Polizei hat hier bisher nicht gesucht.