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Blaulicht Taschendiebstahl: Celler leben "relativ sicher"
Celle Blaulicht Taschendiebstahl: Celler leben "relativ sicher"
14:36 29.11.2017
Von Gunther Meinrenken
Celle

"Entspannt nach der Arbeit auf den Weihnachtsmarkt gehen, shoppen mit den Liebsten und danach einen heißen Punsch trinken. Es gibt viele gute Gründe, die Weihnachtszeit auf einem der vielen schönen Märkte in der Region zu verbringen", sagt Christian Riebandt vor dem Hintergrund, dass heute der Celler Weihnachtsmarkt eröffnet wird. Doch der Beauftragte für Kriminalprävention der Polizeiinspektion Celle kennt auch die Schattenseiten des bunten Treibens: "Leider gibt es diese Gründe auch für Taschendiebe: Menschenansammlungen und Gedränge."

Nach Angaben von Riebandt sank 2016 die Zahl der angezeigten Taschendiebstähle etwas im Vergleich zum Vorjahr, dafür stieg der damit verbundene Schaden von 50,8 Millionen Euro (2015) auf 51,5 Millionen Euro (2016) an. Immerhin: Die Celler können halbwegs beruhigt sein. Nach einer Studie von "shopping.de" ereigneten sich im Landkreis 2016 insgesamt 106 gemeldete Fälle von Taschendiebstahl. Auf 100.000 Einwohner umgerechnet macht das 60 Delikte. Damit liegt die Region im Feld der 402 untersuchten Städte und Landkreise auf Rang 156, Einstufung: "relativ sicher".

"Im vergangenen Jahr haben wir auf dem Celler Weihnachtsmarkt 13 Diebstähle registriert, davon waren sieben Taschendiebstähle", berichtet Riebandt. Während die Celler Polizei es immer mit Einzeltätern zu tun hatte, sieht dies vor allem in den deutschen Großstädten anders aus. Hier schlagen organisierte Banden, meist aus den ehemaligen Ostblockstaaten zu. Die hohen Fallzahlen haben bereits dazu geführt, "dass die Polizei in Berlin nur noch Diebstahls-Anzeigen nachgeht, die Aussicht auf Ermittlungserfolg haben. Auf den Punkt gebracht heißt das: fast gar nicht", heißt es in der Studie von "shopping.de".

Riebandt verrät den Cellern noch einige Kniffe der Diebe: "In den engen Gassen zwischen den Weihnachtsmarktständen ist der Drängel-Trick sehr beliebt. Ein Dieb rückt dicht an das Opfer heran, bis es sich ärgerlich abwendet und dadurch eine umgehängte Tasche oder die Geldbörse in der Manteltasche quasi griffbereit anbietet." Weitere Masche: Die Täter beschmutzen die Kleidung des potenziellen Opfers etwa mit Ketchup. Beim Reinigungsversuch lenken sie das Opfer wortreich vom zeitgleichen Diebstahl der Wertsachen ab.

Das Schema ist oft das gleiche: Einer lenkt das Opfer ab, der Zweite stiehlt die Beute und gibt sie an einen Dritten weiter, der damit verschwindet. "Werden die Diebe nicht auf frischer Tat ertappt, sind sie nur schwer ausfindig zu machen – zumal die Opfer den Verlust meist erst später bemerken und die Täter in vielen Fällen nicht beschreiben können", weiß Riebandt.

Um Langfingern die Tour zu vermasseln, gibt Präventionsexperte Christian Riebandt (Bild) ein paar Tipps:
Beim Bummel über den Weihnachtsmarkt nur so viel
Bargeld mit wie benötigt.
Geld, Zahlungskarten und Papiere immer in verschiedenen, verschlossenen Innentaschen der Kleidung möglichst dicht am Körper tragen. Zu empfehlen sind Brustbeutel, Gürtelinnentaschen oder angekettete Geldbörse.
Hand- und Umhängetaschen immer mit der Verschlussseite zum Körper halten. Rucksäcke nicht auf dem Rücken, sondern vor der Brust tragen.
Im Gedränge verstärkt auf Wertsachen achten. Achtung, wenn man plötzlich angerempelt oder „in die Zange“ genommen wird.
Niemals die PIN im Portemonnaie aufbewahren.
Wenn Zahlungskarten abhandengekommen sind, diese sofort für den weiteren Gebrauch sperren, telefonisch über den bundesweiten Sperr-Notruf 116 116.
Diese Tipps sind auf der Klappkarte „Schlauer gegen Klauer“ zusammengefasst. Enthalten ist auch ein Notfallpass zum Heraustrennen mit allen wichtigen Telefon- und Sperrnummern von Geldkarten.
Die Karte ist kostenlos bei jeder (Kriminal-)Polizeilichen Beratungsstelle erhältlich oder kann unter
www.polizei-beratung.de/medienangebot/medienangebot-details/detail/23.html heruntergeladen werden.