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Blaulicht Totschlag an Lehrer in Klein Hehlen: Horrorgutachten im Prozess
Celle Blaulicht Totschlag an Lehrer in Klein Hehlen: Horrorgutachten im Prozess
16:24 02.09.2016
Quelle: Alex Sorokin
Celle Stadt

Ein Freund des Opfers berichtete, dass sein Bekannter stark kurzsichtig war. „Wenn er seine Brille nicht auf hatte, dann schlief er.“ Es passt also nicht mit der Aussage des Tatverdächtigen zusammen, dass der Pädagoge während des Streits keine Brille trug. Von möglichen Heiratsplänen wusste niemand etwas. „Die Altersklasse hat er als Kinder bezeichnet. Er ist doch Lehrer“, gab der Zeuge an.

Er sprach auch über das Innenleben der Arbeit in der Flüchtlingsunterkunft. Besonders in einer Familie entwickelten sich Konflikte, der Vater schlug die Kinder und vernachlässigte seine kranke Ehefrau. War damit der Angeklagte gemeint? Darauf deutet einiges hin. „Für mich war von Anfang an klar, dass der Vorfall mit Flüchtlingen zu tun haben muss. Er hatte keine Feinde und hat in Menschen stets das Gute gesehen“, erklärte der Freund.

Die Ermittlungen der Celler Mordkommission unterstützte sogar das Landeskriminalamt. Ein Hauptkommissar fand heraus, dass der verwendete Stein von einer Baustelle am Haus des Lehrers stammt. „Bleiben Sie dabei, dass der Stein im Keller lag?“, fragte der Richter. „Ja, ich schwöre es“.

Einer Horrorvorstellung glich das Gutachten der Rechtsmedizin. „Das Gesicht war zertrümmert und praktisch nicht mehr vorhanden. Derartige Verletzungen sind selten“, hieß es. So löste sich der Kiefer und bohrte sich in den Rachen hinein. Wie im Blutrausch muss der Angreifer zugeschlagen haben. Drei bis fünf Hiebe trafen den Kopf des Lehrers. Der Tod trat binnen weniger Minuten ein.

Der Prozess geht am 12. September weiter, dann sagt ein Psychiater aus, der den Beschuldigten untersuchte. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der 59-Jährige im Zustand erheblich verminderter Schuldfähigkeit handelte.

Von Benjamin Reimers