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Blaulicht Trotz großer Gefahr: Viele Celler Autofahrer verzichten auf Sicherheitsgurt
Celle Blaulicht Trotz großer Gefahr: Viele Celler Autofahrer verzichten auf Sicherheitsgurt
17:26 18.12.2013
Von Christopher Menge
Polizeikontrolle Quelle: Fremdfotos/eingesandt
Celle Stadt

Ende November ist bei einem Verkehrsunfall auf der K48 zwischen Langlingen und Nienhof eine 22 Jahre alte Autofahrerin ums Leben gekommen. Zehn Tage zuvor hatte bereits eine 23-jährige Cellerin bei einem Frontalzusammenstoß auf der B214 mit dem Leben bezahlen müssen – beide waren nicht angeschnallt. Kein Einzelfall auf Celler Straßen. Daher hat die Polizei Celle verstärkt Kontrollen im Stadtgebiet durchgeführt. Das Ergebnis ist erschreckend. Innerhalb weniger Stunden wurden 44 Verstöße festgestellt. Viele Autofahrer verzichten auf den lebensrettenden Gurt.

Dabei sind in diesem Jahr schon 16 Menschen auf Celler Straßen ums Leben gekommen. Ein Sicherheitsgurt hätte einige dieser Leben retten können. „Es gibt keinen Grund, sich nicht anzuschnallen“, betont Karl-Heinz Kroll, Verkehrssicherheitsexperte der Polizei Celle, „wenn ich den Zündschlüssel umdrehe, beginnt die Anschnallpflicht.“ Das regelt Paragraph 21a der Straßenverkehrsordnung. Doch Ausreden hatten die Ertappten viele parat. „Ich bin gerade erst losgefahren“, „ich musste mich umdrehen“ oder „ich wollte etwas aus dem Handschuhfach nehmen“. „Die Palette der Ausreden ist groß“, sagt Kroll. Nutzen tun sie aber nichts – es gibt ein Bußgeld von 30 Euro und einen Punkt.

„Der Sicherheitsgurt ist nach wie vor Lebensretter Nummer eins“, betont Kroll, „seit Einführung der Gurtanlagepflicht Anfang der 1980er Jahre sind die tödlichen Verkehrsunfälle rapide zurückgegangen.“ Doch jeder Gurt hilft nur, wenn er auch benutzt wird. Wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge könnte die Zahl der tödlichen Verkehrsunfälle durch einen angelegten Sicherheitsgurt um bis zu 50 Prozent reduziert werden. Die Annahme, man könne sich zum Beispiel bei einem Unfall in der Stadt notfalls mit den Händen abfangen, ist eine fatale Fehleinschätzung. Bereits bei einem Aufprall von 14 Stundenkilometern gegen ein festes Hindernis wirken Kräfte, die dem Achtfachen des Körpergewichts entsprechen. Der Mensch kann solche Kräfte nicht auffangen. Das haben Forscher in etlichen Crash-Versuchen nachgewiesen.

Die Polizei will durch die Kontrollen eine Reduzierung der Zahl der Verkehrstoten erreichen. „Daher werden auch weiterhin Verkehrskontrollen durchgeführt“, sagt Kroll, der aber auch auf die Vernunft der Autofahrer setzt.