Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Blaulicht Unfallschwerpunkte entschärft
Celle Blaulicht Unfallschwerpunkte entschärft
15:57 16.04.2013
Von Gunther Meinrenken
Unfallschwerpunkt Windmühlenstraße: Hier ist die Fahrbahn so eng, dass sich immer wieder Autos im Gegenverkehr touchieren oder Spiegel parkender Fahrzeuge abgefahren werden. Quelle: nicht zugewiesen
Celle Stadt

Ampeln aufstellen, Fahrbahn erneuern, Geschwindigkeitsreduzierungen durchsetzen, andere Beschilderungen oder auch eine Blitzanlage installieren – all das sind Mittel und Wege, mit denen die Große Unfallkommission dem Unfallgeschehen im Landkreis zu Leibe rückt. Seit Jahren beschäftigen sich die Verkehrsexperten von Stadt, Landkreis, Polizei, ADAC, Gemeinden und dem Straßenbauamt Verden mit den Unfallschwerpunkten in der Region. Mit großem Erfolg: Die Anzahl der so genannten Unfallhäufigkeitsstellen hat sich deutlich reduziert.

Kein Wunder, dass Celles Polizeichef Eckart Pfeiffer die Arbeit der Unfallkommission vor kurzem bei der Vorstellung der Unfallstatistik für den Landkreis ausdrücklich lobte. „In den vergangenen Jahren sind die Unfallschwerpunkte stark zurückgegangen. Das ist vor allem auf die Arbeit der Unfallkommission zurückzuführen“, sagte Pfeiffer.

Und in der Tat, die Zahlen sprechen für sich. 2002 gab es im gesamten Kreisgebiet 54 Unfallhäufigkeitsstellen, an denen sich insgesamt 466 Unfälle ereignet hatten. Dabei wurden 121 Verkehrsteilnehmer leicht verletzt und 29 Personen schwer. Zehn Jahre später hat sich die Lage deutlich entschärft. Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Unfallschwerpunkte auf 26 zurückgegangen, mit 194 Unfällen und 54 Leichtverletzten sowie nur noch 2 Schwerverletzten.

„Wir treffen uns einmal im Jahr und besprechen die Stellen, an denen sich verstärkt Unfälle ereignen“, erklärte Edgar Frick, Leiter des städtischen Ordnungsamtes. Dabei geht es ins Detail: Uhrzeit, Fahrbahnbeschaffenheit, Ausschilderung, Geschwindigkeit – das sind nur ein paar der Faktoren, die bei jedem Unfall genau unter die Lupe genommen werden.

Die CZ stellt in einer Serie entschärfte und aktuelle Unfallschwerpunkte vor. Den Anfang macht die Windmühlenstraße. 2011 kam es hier zwischen der Straße Am Holzhof und der Hannoverschen Heerstraße zu 22 Unfällen. Im Zuge der Lärmreduzierung verringerte die Stadt 2012 die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf Tempo 30. Mit kuriosen Folgen. Die Unfälle, die sich zuvor über die gesamte Länge der Straße ereignet hatten, konzentrierten sich im vergangen Jahr nur noch auf die engste Stelle zwischen Elderhorststraße und Spörckenstraße. Von einer Entspannung kann allerdings keine Rede sein. Allein zwischen diesen beiden Straßen kam es 2012 zu 15 Bagatellunfällen, bei denen parkenden Autos die Spiegel abgefahren wurden oder sich Fahrzeuge im Gegenverkehr berührten. Jetzt wird diskutiert, die Straße auf Kosten von Parkplätzen zu verbreitern.