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Blaulicht Urteil von Amtsgericht in Celle: 2000 Euro Geldstrafe für übermüdeten Lastwagenfahrer
Celle Blaulicht Urteil von Amtsgericht in Celle: 2000 Euro Geldstrafe für übermüdeten Lastwagenfahrer
18:07 17.04.2016
Celle Stadt

Im Verhältnis zum verursachten Gesamtschaden in Höhe von über 80.000 Euro an Außengelände, geparkten Fahrzeugen und Vegetation fiel die verhängte Geldstrafe äußerst mild aus. Laut Auswertung der Tacho-Daten hatte der Frischwarenlieferant auf seiner Route zwischen Hannover und Hermannsburg ordnungsgemäße Pausen eingelegt und war nach nach der letzten Schlafpause von 34 Minuten gerade mal zwölf Minuten unterwegs gewesen.

„Ich hatte wohl zu hohen Blutdruck und plötzlich Kreislaufprobleme“, sagte der 57-Jährige vor Gericht aus. Er sei es gewohnt, nachts zu fahren, und habe dementsprechend vorgeschlafen. Im Verlauf der knapp fünfstündigen Fahrt mit dem nagelneuem Lieferwagen auf vertrauter Strecke habe er sich trotz Pausen müde gefühlt, sagte er. Kurz vor Schichtende war der Berufskraftfahrer am Steuer eingenickt, über den Gehweg auf den Parkpatz gebrettert und hinterher unverletzt aus dem Laster geborgen worden.

„Uns bot sich ein Bild der Verwüstung“, sagte ein Polizeibeamter vor Gericht aus. Durch den Unfall seien neben Bäumen und Sträuchern auch ein Holzzaun, Fahnenmasten und mehrere Fahrzeuge zu Schaden gekommen. Ein Lieferwagen sei frontal in ein anderes Auto gedrückt worden, und Trümmerteile von Laster und Buschwerk hätten abgestellte Autos bedeckt. Der Angeklagte habe sich als Unfallfahrer zu erkennen gegeben und sofort von „Sekundenschlaf“ gesprochen, so der Polizist. Alkoholtest und Drogenscreening hätten keinen Befund ergeben.

Laut Unfallermittler war E. noch auf der "ungewöhnlichen Zielgeraden" wach geworden und hatte vergeblich versucht, den Lastwagen zurück auf die Fahrbahn zu lenken. Nach Auffassung des Gerichts hatte er im Vorfeld des kostspieligen Unfalls zu viele Nachtschichten geschoben und hätte die Übermüdung bemerken müssen. Für ungeeignet zum Führen von Kraftfahrzeugen wurde E. nicht befunden. Er kam mit einer noch drei Monate anhaltenden Sperrfrist davon.

Von Anke Prause