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Blaulicht Verfahren gegen Celler wegen Nötigung unter Auflagen eingestellt
Celle Blaulicht Verfahren gegen Celler wegen Nötigung unter Auflagen eingestellt
18:24 01.06.2016
Celle Stadt

"Ich habe mich doch nur aufgeregt", lautete eine Einlassung des 37-Jährigen. Das Auto, in dem er gesessen habe, sei nämlich nur geliehen gewesen. Die sich damals vor ihm befindenden Rollerfahrer hätten sich verhalten, als hätten sie die Straße für sich gepachtet. Auf Teilen der Strecke seien sie Slalom und nebeneinander gefahren, hätten während der Fahrt "rumgekaspert" und ihm beim Überholen den "Stinkefinger" gezeigt. Da sie auf Lichthupsignale nicht reagiert hätten, habe er vor ihnen angehalten, um sie zur Rede zu stellen. "Als die plötzlich mit ihren Mofas auf mich zugeschossen kamen, habe ich reflexartig in ihre Richtung gestikuliert, ob sie spinnen würden", sagte E. weiter aus. Dabei habe er einen am Helm getroffen.

Die Mofafahrer gaben vor Gericht an, völlig grundlos vom Angeklagten abgedrängt worden zu sein. "Wir sind auf der Hannoverschen Straße erst neben-, dann hintereinander gefahren und nach Abbiegen in die Bernstorffstraße von hinten angehupt worden", sagte ein 16-Jähriger aus. Mittelfinger habe man nicht abgespreizt. Nach dem Überholmanöver habe der Pkw-Fahrer gegrinst und zu ihnen hinübergelenkt, weshalb er auf den Bürgersteig habe ausweichen müssen. Dann seien Autofahrer und Mitinsasse nach einem spontanem Stopp vor ihnen ausgestiegen, hieß es weiter. Danach soll sich der Angeklagte mitten auf der Fahrbahn postiert und den langsam Herannahenden am Arm gepackt haben, ehe er gegen dessen Helm ausgeholt hatte.

Durch den "Klaps" hatte der Schüler Kopfschmerzen erlitten. "Sie fahren gut mit dem Angebot der Verfahrenseinstellung", sagte der Vorsitzende zu dem Hartz-IV-Empfänger. Mit der Erfüllung von Zahlungs- und Arbeitsauflage würde E. nämlich Führerscheinmaßnahmen umgehen.

Von Anke Prause