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Blaulicht Versuchter Doppelmord in Hambühren: Pärchen hatte Todesangst
Celle Blaulicht Versuchter Doppelmord in Hambühren: Pärchen hatte Todesangst
11:42 07.01.2014
Versuchter Doppelmord Hambühren Quelle: Simon Ziegler
Hambühren

HAMBÜHREN. Es ist ein grauer Mietsblock an der Schlochauer Straße in Hambühren II: Hier hat sich am Sonntagmorgen das Gewaltverbrechen abgespielt, als der 24-jährige Karsten L. mit einer Spitzhacke auf seine schlafende Ex-Freundin und deren neuen Partner losgegangen ist. "Wir waren in Panik und hatten Todesangst", sagte am Montag der neue Freund der jungen Frau, auch er ist 24 Jahre alt.

"Ich habe ein Loch im linken Arm. Der rechte Arm ist gebrochen. Außerdem habe ich Hämatome am Knie", sagte er der CZ. Seine Freundin war am Montagnachmittag erneut beim Arzt, nachdem das Pärchen am Sonntag zunächst im Krankenhaus behandelt wurde. Die junge Frau hat bei der Attacke "ein Loch im Knie" davongetragen. "Das Knie ist dabei, sich zu entzünden", sagte sie nach dem Arztbesuch. Dabei soll sie sogar noch Glück im Unglück gehabt haben. "Der Arzt sagte, wenn es ein paar Millimeter weiter gewesen wäre, dann wäre das Knie hingewesen", berichtete ihr Freund, der in Celle wohnt.

Die Hambührenerin hofft, dass das Knie wieder verheilt und außer einer großen Narbe nichts übrig bleibt. Anfang November habe sie sich nach eineinhalb Jahren von ihrem Freund getrennt, sagte die unter Schock stehende Frau, die aus einer früheren Beziehung zwei Kinder hat. Warum ihr Ex-Freund am Sonntagmorgen so durchgedreht ist, kann sie sich nicht erklären. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass Eifersucht das Motiv für den Gewaltausbruch ist. "Es sieht so aus, als habe er die Trennung nicht verkraftet", sagte Oberstaatsanwalt Witold Franke.

Auf seiner Facebook-Seite hatte Karsten L. nach der Trennung immer wieder von der Frau geschrieben, "die ich nicht verlieren möchte". Am 1. Dezember postete er schließlich, dass er das "Scheiß-Mädchen" aus dem Kopf habe, "morgen erster Arbeitstag, nun beginnt ein neuer Lebensabschnitt, der kann nur besser werden."

Der Angreifer soll in der Nacht zu Sonntag viel Alkohol getrunken haben. Eine Freundin der Opfer schilderte am Montag gegenüber der CZ, dass Karsten L. erst in Celle, später in Hambühren getrunken habe. Der Mann soll unter Alkohol äußerst aggressiv gewesen sein. Sie berichtete zudem, dass der mutmaßliche Täter "schon oft Stress gemacht" habe. "Wir mussten schon öfters die Polizei rufen", sagte sie über den Mann, der ein paar Straßen weiter wohne. Ob er vorbestraft ist, blieb zunächst unklar.

Der Angreifer, der jetzt in der Justizvollzugsanstalt Salinenmoor sitzt und sich dem Vorwurf des versuchten Mordes in zwei Fällen gegenübersieht, soll in den vergangenen beiden Monaten zudem häufiger vor dem Haus seiner Ex-Freundin gewesen sein und ihr nach der Trennung nachgestellt haben. Auch Nachbarn berichteten von häufigen Streitereien.

Die Verteidigung des mutmaßlichen Täters hat der Hambührener Strafverteidiger Jörg Salzwedel übernommen. Zur Sache haben er und sein Mandant am Montag vor dem Haftrichter keine Angaben gemacht, sagte er am Abend. Er müsse erst die Akte einsehen, so Salzwedel.

Von Simon Ziegler und Christoph Zimmer